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Wie geht es mit dem Rathaus-Neubau weiter? Drei Varianten im Gespräch

Inklusive der Stadt gilt es zwölf Eigentümer unter einen Hut zu bringen. Im kommenden Jahr soll ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden.

von Alexander Dontscheff


Seit über zehn Jahren steht eine längst überfällige Sanierung des Rathaus-Neubaus zur Diskussion. Archivbild
Seit über zehn Jahren steht eine längst überfällige Sanierung des Rathaus-Neubaus zur Diskussion. Archivbild Foto: Alexander Dontscheff

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16.09.2020

Braunschweig. In der Ratssitzung im Februar wurde die Durchführung eines Realisierungswettbewerbs für die anstehende Sanierung des Rathaus-Neubaus beschlossen (regionalHeute.de berichtete). In der Sitzung des Bauausschusses am gestrigen Dienstag fragte nun die CDU-Fraktion, wie weit die Planungen bislang gekommen seien. Laut Auskunft der Verwaltung rechne man damit, im Frühjahr kommenden Jahres einen Architektenwettbewerb in die Wege leiten zu können.


Bereits in den Jahren 2008 und 2009 hatte es konkrete Bemühungen gegeben, den Rathaus-Neubau neu zu gestalten. Der Vorschlag, einige Etagen abzutragen, scheiterte nicht zuletzt an den Eigentümern. Seitdem ist die Gebäudesubstanz sicherlich nicht besser geworden, der Handlungsdruck um so größer. Der Umstand, dass der Großteil der Stadtverwaltung in den noch zu bauenden BraWo-Tower ziehen soll, solle jetzt genutzt werden, die Sache anzugehen. Neben den alten Plänen zur Verringerung des Gebäudes stehen die Varianten Sanierung im Bestand und die Aufstockung einiger Geschosse zur Debatte. Ein Komplettabriss und Neubau ist wohl vom Tisch.

Zweiphasiger Wettbewerb geplant


Die Verwaltung sei gerade dabei, die grundlegende Struktur des Wettbewerbs zu erarbeiten. Es sei sogar ein externer Wettbewerbsbetreuer zur Unterstützung der Verwaltung in diesem komplexen Verfahren beauftragt worden. Angestrebt werde ein zweiphasiger Wettbewerb, in welchem die erste Phase der Betrachtung der grundsätzlichen Varianten (Teilabriss, Aufstockung, Bestandssanierung) diene. In der zweite Phase solle dann die favorisierte Variante tiefergehend bearbeitet werden. Zur weiteren strukturierten Bearbeitung des Vorhabens sei eine Projektgruppe unter Beteiligung der benötigten Fachverwaltungen und des Personalrates gegründet worden, welche die Arbeit bereits aufgenommen habe.

Anfang 2022 soll der Auftrag erteilt werden


Noch vor den Osterferien 2021 soll ein Gremienbeschluss zur Bekanntmachung des Wettbewerbs vorgelegt werden. Die erste Phase des Wettbewerbs wird dann nur grobe konzeptionelle Systematiken und Skizzen, die möglichst auch nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollen, umfassen. Eine Beteiligung der Politik und Öffentlichkeit soll im Rahmen der zweiten Phase des Wettbewerbs (voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2021) während der Vorprüfungsarbeiten (im Anschluss erfolgen die Preisgerichtssitzungen) stattfinden. Die Vergabe der Leistungen an das erfolgreiche Planungsbüro ist für Anfang 2022 vorgesehen.

Einstimmige Vereinbarung wird angestrebt


Neben diesem Prozess gilt es inklusive der Stadt zwölf Eigentümer unter einen Hut zu bringen. Im Rahmen der Miteigentümerversammlung im Juli habe die Verwaltung über das grundsätzliche Vorgehen berichtet. Diese Vorinformation habe großen Anklang gefunden und sei von den Eigentümern begrüßt worden. Grundsätzlich strebe die Verwaltung an, mit den Miteigentümern eine einstimmig beschlossene Vereinbarung bezüglich des Bauvorhabens zu schließen. Darin sollen auch Regelungen zu den zu erwartenden Beeinträchtigungen in der Bauphase enthalten sein. Die gewünschte einstimmig zu beschließende Vereinbarung sei jedoch, nicht zuletzt aufgrund der Vielzahl der Miteigentümer eine große Herausforderung, da die verschiedenen Interessenslagen der Beteiligten in Einklang gebracht werden müssten. Die vorgegebene Terminschiene lasse dabei nur begrenzten Spielraum für zeitintensive Abstimmungsverhandlungen. Insofern sei ein konsequenter Einigungsprozess umzusetzen.


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