Wohnhäuser auf dem ehemaligen Markthallen-Gelände?

von Robert Braumann


| Foto: Robert Braumann



Braunschweig. Die Ratsfraktion der CDU wendet sich mit einer Anfrage an die Verwaltung und entwickelt darin die Idee, dass ehemalige Markthallen-Gelände zur Bebauung freizugeben.

Im Wortlaut liest sich das Ganze dann wie folgt: "Das Gelände der ehemaligen Markthalle steht seit Jahrzehnten leer und wird derzeit überwiegend als Parkfläche genutzt. Währenddessen werden nicht nur neue Baugebiete in den Außenbereichen geplant und erschlossen, sondern auch in der Innenstadt wird über das Baulandkataster versucht, innerstädtische Lücken zu schließen. Eine vormals überlegte Nutzung des Geländes zur Errichtung einer Sporthalle scheint nicht mehr geplant und auch die erneute Nutzung als Markthalle ist – nicht zuletzt nach der Auskunft der Verwaltung in der letzten Sitzung des Wirtschaftsausschusses – in weite Ferne gerückt." Vor diesem Hintergrund wird die Verwaltung nun gefragt: " Verfolgt die Verwaltung derzeit Planungen, wonach im Rahmen der Baulückenbeplanung auf dem Gelände der ehemaligen Markthalle Wohnbebauung eingerichtet werden kann und welcher Gestalt sind diese Planungen? Welche Arten von Wohnbebauung sind aus Sicht der Verwaltung hier prioritär zu verfolgen? Wann ist mit einer Vorstellung und Befassung in den politischen Gremien zu rechnen?" Die Verwaltung wird die Anfrage in der Ratssitzung (24.März) beantworten.

Bisher konnte BraunschweigHeute.de Stimmen der Linken, der SPD und der Grünen zu der Anfrage einfangen. Die Stimmen der BIBS und Piraten lagen leider noch nicht vor.


Udo Sommerfeld (Linke) sagte: "Grundsätzlich halten wir eine Bebauung dieses Geländes für möglich." Man würde aber die Antwort der Verwaltung abwarten wollen, um sich eine abschließende Meinung zu dem Thema bilden zu können. Holger Herlitschke (Fraktionsvorsitzender Grüne, Vorsitzender des Planungs- und Umweltausschusses) gab an: "Das ehemalige Markthallen-Gelände zur Bebauung freizugeben, ist u. E. keine schlechte Idee. Es sollte tatsächlich überlegt werden, wie man diese innerstädtische Baulücke adäquat schließen kann. Wir plädieren bekanntlich seit langem dafür, Wohnungen vor allem an gut erschlossenen Standorten bzw. in zentralen Lagen zu errichten (Stichwort "Nachverdichtung"). Die CDU hat sich bislang ausschließlich für neue Baugebiete in den Außenbereichen, also Einfamilienhäuser "auf der Grünen Wiese" eingesetzt. Wenn die Ratskollegen nun zu einem politischen Umdenken bereit sind, finden wir das natürlich erfreulich. An die Realisierung einer neuen Markthalle am alten Standort haben wir ohnehin nie geglaubt und für die bisher dort parkenden Autos ließe sich sicherlich eine Lösung finden (Bsp. Tiefgarage). Zunächst einmal müsste aber abschließend geklärt werden, ob das Markthallen-Gelände als Standort für eine zentral gelegene Sporthalle definitiv nicht mehr gebraucht wird."

Von Seiten der SPD Fraktion hieß es: "Die von der Verwaltung zur Ratssitzung vorgelegte Stellungnahme deckt sich weitgehend mit den Überlegungen der SPD-Ratsfraktion. Die planungspolitische Sprecherin der Fraktion, Ratsfrau Nicole Palm: "Die SPD-Ratsfraktion setzt sich bereits seit längerem für die Errichtung einer Sporthalle am Standort der alten Markthalle an, da aus unserer Sicht gerade im innerstädtischen Bereich ein großer Bedarf an Hallenflächen für den Schul-, aber auch den Breitensport besteht." Seit der Suche nach einem Grundstück für die benötigte Drei-Feld-Sporthalle in der Innenstadt aufgrund eines deutlichen Fehlbedarfs gehört dieser Standort zu einer begrenzten Anzahl möglicher Standorte und ist in der Folge als Vorbehaltsfläche reserviert worden. Im Jahre 2008 wurde ein Architektenwettbewerb zur Errichtung einer Sporthalle auf dem Grundstück der ehemaligen Markthalle im Bereich "Großer Hof" durchgeführt. Das Raumprogramm sah eine Drei-Feld-Sporthalle mit einer Tiefgarage sowie Wohnen auf dem Dach der Halle vor. Das Vorhaben wurde mit einem finanziellen Volumen von rund 7,5 Mio. Euro beziffert und sollte als PPP-Modell umgesetzt werden. Das Projekt wurde "aufgrund der Haushaltssituation" seinerzeit nicht weiterverfolgt." Palm: "Zielführend ist es nach unserer Auffassung, zunächst die Ergebnisse des in Erarbeitung befindlichen Sportentwicklungsplanes abzuwarten und bei zu erwartender Bestätigung des nach wie vor bestehenden Fehlbedarfes an den seinerzeit unterbrochenen Planungsprozess anzuknüpfen und sich aktiv auf die Suche nach potenziellen Projektpartnern zu begeben." Ebenso wie im Bereich der Sportentwicklungsplanung blieben im Übrigen auch bei der Ausweisung von Wohnbauflächen zunächst die Ergebnisse des ebenso zurzeit in Erarbeitung befindlichen Stadtentwicklungskonzeptes abzuwarten, um sicherzustellen, dass eine ausschließliche Wohnbebauung als zielführend einzuschätzen ist oder nicht vielmehr an dieser exponierten Stelle die Errichtung einer Gemeinbedarfseinrichtung (wenn möglich in Kombination mit Wohnen) als eine sinnvollere Alternative angesehen wird."


Die Einschätzung der Verwaltung finden Sie hier.


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