Wolfenbüttel. In den Kindergärten der Stadt Wolfenbüttel wird es schon zum aktuellen Kindergartenjahr Änderungen geben. In seiner vergangenen Sitzung hat der Rat der Stadt beschlossen, die Gruppengrößen in den Kindertagesstätten zu verkleinern.
Dieser Schritt ist Teil des im Dezember des vergangenen Jahres beschlossenen „Demographie-Chancenprogramms 2030“. Hintergrund des Programms sind sinkende Geburtenzahlen und die damit verbundene rückläufige Prognose der zu betreuenden Kinder. Laut Verwaltung soll die aktuelle Entspannung der Betreuungssituation, die durch nachlassenden Druck bei der Schaffung neuer Plätze entstanden ist, gezielt für eine Qualitätsoffensive genutzt werden. Diese sieht unter anderem vor, die Gruppen zu reduzieren.
Ein Kind weniger pro Gruppe
Der Rat der Stadt stimmte dem Verwaltungsvorschlag bei zwei Enthaltungen der AfD zu, die maximale Anzahl der Kinder pro Gruppe ab dem KiTa-Jahr 2026/2027 in allen 29 Einrichtungen der Stadt – sowohl bei städtischen als auch bei freien Trägern – um jeweils ein Kind zu reduzieren. In Krippen werden künftig nur noch 14 statt der gesetzlich vorgesehenen 15 Kinder betreut, in den Kindergärten sinkt die Obergrenze von 25 auf 24 Kinder und in Hortgruppen von 20 auf 19 Kinder. Damit folge man auch den Forderungen von KiTa-Leitungen und Elternvertretern, die Gruppengrößen zu verkleinern. Durch den verbesserten Personalschlüssel soll eine gezieltere, auf die individuellen Bedarfe der Kinder ausgerichtete Förderung ermöglicht werden.
Stadt nimmt Vorreiterrolle ein
Die Kita-Leitungen sollen bei der Platzvergabe in enger Abstimmung mit der Stadt darauf achten, die neuen, kleineren Gruppengrößen grundsätzlich nicht mehr zu überschreiten. Ausnahmen seien jedoch möglich, wenn etwa KiTa-Leitungen aus pädagogischen Gründen die gesetzlich vorgeschriebene Maximalzahl erreichen möchten. Ein Beispiel hierfür ist, wenn eine komplette Krippengruppe gemeinsam in den Kindergarten wechseln möchte und man die Kinder nicht trennen will.
Laut Verwaltung nehme die Stadt mit der nun beschlossenen Reduzierung der Gruppen eine Vorreiterrolle ein, da keine andere Kommune in Niedersachsen bekannt sei, die eine solche Verkleinerung der Gruppen offiziell per Ratsbeschluss auf den Weg gebracht habe.

