Ankunft der Flüchtlinge in Schöppenstedt verlief reibungslos


Die neu angekommenen Flüchtlinge werden von Helfern des DRK mit Essen und Getränken versorgt. Fotos: DRK
Die neu angekommenen Flüchtlinge werden von Helfern des DRK mit Essen und Getränken versorgt. Fotos: DRK



Wolfenbüttel. An der Sporthalle am Elm-Asse-Platz und der ehemaligen Ludwig-Strümpell-Schule wehen Banner vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), zwischen beiden Gebäuden laufen Security, Dolmetscher und DRK-Mitarbeiter hin und her – vor der Ankunft neuer Flüchtlinge herrschte in Schöppenstedt am Freitagmorgen hohe Betriebsamkeit. Rund 100 Flüchtlinge wurden erwartet.

Björn Försterling, Katastrophenschutzbeauftragter des DRK, führte einige Politiker durch die Räumlichkeiten. „Viele der Flüchtlinge, die gleich ankommen, werden wahrscheinlich in andere Länder oder Bundesländer, zu Verwandten und Bekannten, weiterreisen“ , kündigte er an. Die Busse mit den Flüchtlingen trafen pünktlich um 10 Uhr an der Sporthalle ein. Dort konnten sie sich zunächst stärken. Das DRK-Team versorgte die Flüchtlinge mit Essen und Getränken. Bananen, Kaffee und Kekse waren besonders gefragt. Fridbert Schwartz, Präsidiumsmitglied des DRK-Kreisverbandes, half bei der Essensausgabe. Er betonte: "Ich war bis Anfang dieser Woche noch im Urlaub. Als ich gehört habe, dass hier heute Flüchtlinge ankommen, habe ich mich gleich ins Auto gesetzt. Es ist mir ein persönliches Anliegen, bei Bedarf zu helfen.“ In der Sporthalle begann dann die Erstregistrierung. Die Dolmetscher erfassten dabei erste Daten wie zum Beispiel den Vor- und Nachnamen der einzelnen Neuankömmlinge. Zudem gab es eine erste Gesundheitsbetrachtung, bei der geprüft wird, ob Symptome für schlimmere Erkrankungen vorliegen.

Viele wollen weiter


In der Strümpell-Schule wartete das Servicestellen-Team um Leiterin Heike Hintze auf das Eintreffen der Flüchtlinge. Dort wurden sie ein zweites Mal registriert: „Wir speichern die Daten in einer Suchdienstdatei und überspielen sie zu den zuständigen Behörden nach Berlin. Dort können Suchanzeigen aufgegeben werden. Es dient also dazu, die Flüchtlinge mit bereits im Lande weilenden Verwandten zusammenzuführen“, erklärte Hintze. Heike Hintze und ihre Kollegen bekommen  jedoch wenig zutun: Von 88 der angekommenen Flüchtlinge verzichten 62 darauf, sich erst einmal in Schöppenstedt zu stärken und sich in den Räumlichkeiten der Strümpell-Schule auszuruhen. Damit erübrigt sich für diese die Registrierung. Die Meisten wollten direkt zu Verwandten und Bekannten weiterreisen, viele auch in andere Länder.

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Lisa Meier (hinten links) und Thomas Walter stellen Hygienesets für die Flüchtlinge zusammen. Foto: DRK



Försterling gab ein Beispiel: „Es ist eine neunköpfige Familie dabei, die plant, von Schöppenstedt über den Braunschweiger Bahnhof nach Paris weiterzureisen.“ Auch Dolmetscher Attia stellte in seinen Gesprächen mit den Flüchtlingen fest, dass viele nicht bleiben wollen: „Die Afghanen haben vor allem Schweden als Ziel, da sie wissen, dass die deutsche Regierung sie theoretisch abschieben kann. Zudem besitzen besonders arabische Flüchtlinge eine zentralistische Denkweise. Sie glauben, dass alles in der Hauptstadt geregelt wird und es dort komfortabler ist.“ Deshalb wählten viele den Weg nach Berlin, sagte der Dolmetscher. So leerte sich die Turnhalle schnell. Das ließ sich zum einen damit erklären, dass viele der Neuankömmlinge gleich weiterfahren. Björn Försterling fügte noch einen anderen Grund hinzu: "Es ist alles reibungslos und schnell verlaufen. Für uns ist es ja schon die vierte Flüchtlingsankunft innerhalb von zwei Wochen, deswegen hat sich eine gewisse Routine entwickelt und wir haben die Abläufe stetig optimiert.“ Ohne die Hilfe der zahlreichen ehrenamtlichen Dolmetscher wäre das DRK-Team aber heillos überfordert, betonte er.


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