Region. Am Montag, dem 06. Juli 2015, wurden die Asse-Aktionstage auf der Wiese vor dem Schacht Asse 2 eröffnet. Sebastian Bolle von den Vahlberger-Asse-Aktivisten begrüßte die Anwesenden und stellte die geplanten Aktionen vor.
Heike Wiegel vom Verein ‚aufpASSEn’ schaute in ihrer Rede zurück. So wurde der Bertreiberwechsel erreicht, das marode Atommülllager wurde unter das Atomrecht gestellt und die unverzügliche Rückholung des Atommülls aus dem Schacht Asse II wurde im Atomrecht gesetzlich vorgeschrieben. All dieses sei dadurch erreicht worden, dass engagierte Bürgerinnen und Bürger immer wieder auf die Probleme hingewiesen haben. Sie stellte aber auch die Fragen, warum eine 3D-Seismik erstellt wird, die wohl für die Rückholung des Atommülls aus Asse II nicht notwendig sei und warum das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) für die Planung, Genehmigung und das Abteufen des neuen Schacht Asse 5 einen Zeitraum von 18 Jahre einplane, wenn man bedenke, dass der Schacht Asse 2 im Jahre 1906 innerhalb von 3 Jahren abgeteuft wurde.
Vor circa zwei Jahren hat das BfS einen Kriterienkatalog inklusive Bewertungsverfahren zum Zwischenlagervergleich vorgelegt, doch ein fairer Vergleich von Zwischenlagerstandorten habe bis heute nicht stattgefunden, so Heike Wiegel, die sich fragte, ob das BfS die alten Fehler der Vergangenheit mit einer Standortbestimmung wiederholen wolle. Ein fachlich, sachlicher, nachvollziehbarer Zwischenlagervergleich wird von Verein aufpASSEn eingefordert. Ein Vergleich von unterschiedlichen Zwischenlagerorten, die anhand des Kriterienkataloges verglichen werden sollen. Die Vahlberger Asse-Aktivisten wollen genau wissen, warum der eine oder andere Standort sicherer ist oder nicht und dazu gehörten eben auch Asse-ferne Zwischenlagerstandorte, die einen größeren Abstand zur Wohnbebauung ermöglichen, genaugenommen mindestens vier Kilometer vom Zwischenlager bis zur Wohnbebauung. Die Asse-fernen Zwischenlager-Standorte sollten dann mit Asse-nahen Zwischenlager-Standorten, wo eben nur ein Abstand von circa einem Kilometer zur Wohnbebauung möglich ist, verglichen werden.
Die Vahlberge Asse-Aktivisten fordern außerdem, dass bei der Zwischenlagersuche auch ehemalige Truppenübungsplätze mit untersucht werden, da dabei sogar weit aus größere Abstände zur Wohnbebauung bis zum Zwischenlager möglich seien.
Seit drei Jahren haben die Wissenschaftler der Asse II Begleitgruppe ein Drainagegesamtkonzept vom BfS eingefordert, um den Atommüll in den Atommüllkammern möglichst trocken zu halten. Vier Vorschläge wurden von Ihnen zum Drainagekonzept erstellt, doch das BfS wolle, so die Aktivisten, bisher nur an den Ihnen bekannten Stellen punktweise von der höheren Sohle abpumpen, obwohl nach der Verfüllung gar keiner mehr mitbekommen kann, wo sich Lauge sammelt und wo sich das Salzwasser seinen Weg sucht. Die Befürchtung der Wissenschaftler sei, dass sich dann Salzwasser in den Atommüllkammern aufstauen könnte und der Auflösungsprozess des Atommülls beginnt.
Zum Abschluss der Eröffnungsveranstaltung wurde ein Wegweiser zu weiteren atomaren Problemfällen aufgestellt. Der Wegweiser zeigt unter anderem, dass das Atommülllager Morsleben nur 30 km und das genehmigte Endlager Schacht Konrad 20 km entfernt ist. Aber auch Eckert & Ziegler in Braunschweig-Thune, die Atommüll konditionieren, ist nicht weit. Bis einschließlich Sonntag können alle interessierten Bürgerinnen und Bürger mit den Vahlberger Asse–Aktivisten und aufpASSEn Mitglieder über die Atommüllproblematik in der Asse gleich neben dem neuen Wegweiser diskutieren. Auch für das leibliche Wohl ist mit Matze Klein gesorgt.


