Region. Laub harken, Garten- und Balkonmöbel verstauen und nicht zuletzt die Heizung einschalten – im Herbst gibt es viel zu tun, um das Zuhause winterfest zu machen. Wer jetzt alles für eine gemütliche Saison in den eigenen vier Wänden vorbereitet, sollte auch über einen Radon-Check für die eigene Wohnung nachdenken, rät das in Salzgitter ansässige Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in einer Pressemitteilung.
Radon sei ein radioaktives Gas, das überall in Deutschland im Boden vorkomme. Von dort aus kann es in Gebäude eindringen. Bei einer dauerhaft hohen Belastung mit Radon steigt das Lungenkrebsrisiko der Bewohner. „Radon kann man nicht riechen, schmecken oder sehen. Doch messen lässt sich das Gas sehr leicht“, sagt BfS-Präsidentin Inge Paulini. „Wenn die Messwerte zu hoch sind, kann man wirksam dagegen vorgehen und sich selbst und die Familie schützen. Deswegen empfehlen wir, die eigene Wohnung einem Radon-Check zu unterziehen.“
Jetzt Radon-Messung starten
Die schädliche Wirkung von Radon kommt dann zum Tragen, wenn man es über Jahre oder Jahrzehnte in größeren Mengen einatmet. Ist zu viel von dem Schadstoff in der Raumluft vorhanden, zeigt sich das im Winter meist besonders deutlich. „Der Herbst ist eine gute Zeit, um eine Radon-Messung zu starten“, erläutert Paulini. Für ein exaktes Messergebnis muss man ein ganzes Jahr lang messen. Wer schneller eine Einschätzung möchte, sollte eine mehrmonatige Messung während der Heizperiode durchführen.
Wo erhält man Messgeräte?
Messgeräte, die man selbst aufstellen und später in einem Radon-Messlabor auswerten lassen kann, gibt es für 30 bis 50 Euro pro Stück. Messen sollte man in den Räumen, in denen man am meisten Zeit verbringt. Das sind üblicherweise Wohn- und Schlafzimmer. Wer viel zu Hause arbeitet, kann auch in seinem Home-Office ein Messgerät platzieren. Eine Liste von Geräteanbietern, die ihre Eignung haben prüfen lassen, ist unter www.bfs.de/radon-messen zu finden – ebenso weitere Informationen, wie die Messung funktioniert.
Was hilft gegen erhöhte Radon-Werte?
Als Erstmaßnahme bei erhöhten Radon-Werten hilft regelmäßiges Stoßlüften – und zwar so, dass bereits nach wenigen Minuten die gesamte Innenraumluft ausgetauscht ist. Parallel dazu sollte eine dauerhafte Lösung angegangen werden. Im besten Fall reicht es bereits aus, Türen und Rohrdurchführungen zwischen Keller und Erdgeschoss abzudichten, damit das Radon nicht mehr vom Keller – wo es in das Gebäude eindringt – in die Wohnräume gelangen kann. Wirken solche einfachen Maßnahmen nicht, lässt sich zum Beispiel das Radon unter dem Gebäude absaugen oder eine Lüftungsanlage einbauen.
Woher kommt das Radon und wo ist das Risiko besonders hoch?
Radon entsteht beim radioaktiven Zerfall von natürlich im Erdboden vorkommendem Uran. Radon ist in Deutschland unterschiedlich verteilt und es gibt Gebiete mit besonders hohem Vorkommen. Je mehr Radon im Boden verfügbar ist und je schlechter ein Gebäude gegen den Boden abgedichtet ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass größere Mengen an Radon in ein Gebäude eindringen. Eine schlechte Belüftung kann ebenfalls zu erhöhten Radon-Werten beitragen. Keller und Erdgeschosse sind häufiger betroffen als obere Stockwerke.
Die Karte „Radon im Boden“ des BfS gibt einen Überblick darüber, wo in Deutschland besonders viel und wo weniger Radon im Boden vorkommt: www.bfs.de/radon-karte.

