"Astro Alex" wird UNICEF-Botschafter




Wolfenbüttel/ Berlin. Mit Entdeckergeist, Mut und Verantwortung hat Alexander Gerst von der Internationalen Raumstation ISS aus Millionen Menschen begeistert und inspiriert, so auch bei seinem Besuch an der Ostfalia im Februar (WolfenbüttelHeute.de berichtete). Aufgrund seines Engagements für den Schutz unseres Planeten und für bessere Lebensbedingungen für die Kinder wurde "Astro-Alex" jetzt zum UNICEF-Botschafter ernannt. "Das Wichtigste ist, dass alle Kinder die Möglichkeit haben zu lernen, sich inspirieren zu lassen und dass sie die Freiheit bekommen, ihren Weg zu gehen", begründet der 38-jährige Astronaut seinen Einsatz für die Kinder und UNICEF.

In seinem ersten Einsatz als offizieller UNICEF-Botschafter ruft Gerst Jugendliche zur Teilnahme am internationalen Jugendgipfel J7 im Mai 2015 in Berlin auf. Vor dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen Anfang Juni diskutieren dort Jugendliche die drängenden weltpolitischen Themen der G7. Engagierte Mädchen und Jungen im Alter von 15 bis 17 Jahren können sich bis zum 15. März unter www.j7summit.org für die Teilnahme bewerben.

"Als ich zusammen mit meinen russischen und amerikanischen Freunden von der ISS auf die Erde schaute, mussten wir oft den Kopf darüber schütteln, wie wir mit diesem kleinen blauen Planeten umgehen. Dabei ist der doch unser einziges Zuhause", erklärte Alexander Gerst.

"Wir dürfen die Zukunft nicht allein irgendwelchen Experten oder Gremien überlassen", so Gerst. "Jeder kann dazu beitragen, unsere Erde zu bewahren, sie friedlicher und gerechter zu machen. Der J7-Gipfel ist eine tolle Chance, gemeinsam mit Jugendlichen aus aller Welt daran zu arbeiten."

Der internationale Jugendgipfel J7 ist eine Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er ist Teil des Dialogs mit der Zivilgesellschaft anlässlich des G7-Treffens auf Schloss Elmau. Am 11. Mai werden die Jugendlichen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Kanada und den USA ihre Ideen und Forderungen der Kanzlerin vorstellen. Der J7 wird gemeinsam vom Bundesjugendministerium und UNICEF Deutschland organisiert.

"Alexander Gerst bringt uns dazu, die Perspektive zu wechseln. Mit seinen Bildern und seiner Persönlichkeit rückt er unsere Verantwortung für die nachwachsenden Generationen in den Mittelpunkt", erklärte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland anlässlich der Ernennung des ESA-Astronauten zum UNICEF-Botschafter. "Besonders für Kinder und Jugendliche ist Astro-Alex Vorbild und Inspiration."

Von Bord der internationalen Raumstation ISS aus hat Alexander Gerst in sozialen Netzwerken, Interviews und mit Videobotschaften eine riesige Fangemeinde erreicht. Trotz der großen Zahl wissenschaftlichen Experimente und Aufgaben stellte er sich den Fragen von Schülern, erklärte physikalische Sachverhalte und schickte faszinierende Fotos und Videos, mit denen er Neugierde und Nachdenklichkeit weckte.

Im Juni 2014 präsentierte Gerst per Videobotschaft aus dem All in die Frankfurter Paulskirche den UNICEF-JuniorBotschafter des Jahres.

Am Weltkindertag im September rief er zusammen mit UNICEF alle Kinder und Jugendlichen dazu auf, die Erde zu einem besseren Ort für Kinder zu machen.

Zum 25. Geburtstag der UN-Konvention über die Rechte des Kindes im November startete er unmittelbar nach seiner Rückkehr zur Erde eine ungewöhnliche Aktion: In einem faszinierenden Video stellte er Aufnahmen der Erde aus dem All Portraits von Kindern in Krisengebieten gegenüber. Dieses Video wurde allein auf seiner Facebook-Seite innerhalb eines Tages über eine halbe Million Mal aufgerufen.

Alexander Gerst gehört seit 2009 dem ESA-Astronautenkorps an. Am 28. Mai 2014 flog er zur ISS, um dort ein halbes Jahr lang zu leben und zu arbeiten. Er wurde am 3. Mai 1976 in Künzelsau, Baden Württemberg, geboren. Nach dem Abitur auf einem technischen Gymnasium und Zivildienst studierte er in Karlsruhe und Wellington (Neuseeland) Geophysik. Schon während seines Studiums nahm er an verschiedenen wissenschaftlichen Expeditionen teil und machte sich einen Namen als Vulkanologe. In diesem Fachgebiet promovierte er am Institut für Geophysik in Hamburg. Er unternahm Forschungsreisen in die Antarktis, nach Äthiopien, Indonesien und Guatemala.

UNICEF sorgt weltweit dafür, dass Kinder überleben, gesund aufwachsen, zur Schule gehen und vor Ausbeutung und Gewalt geschützt werden. Zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unterstützen diese Arbeit als ehrenamtliche Botschafter wie Harry Belafonte, Dirk Nowitzki, Orlando Bloom, Sabine Christiansen, Lionel Messi, Eva Padberg, Shakira, Nina Ruge oder die Berliner Philharmoniker. Gerst ist bereits der vierte UNICEF-Botschafter aus dem All: 2009 haben bereits der belgische Astronaut Frank de Winne und 2013 der Italiener Luca Parmitano von der ISS aus zur Hilfe für Kinder aufgerufen. Samantha Christoforetti, die derzeit als einzige Frau auf der internationalen Raumstation arbeitet, ist ebenfalls UNICEF-Botschafterin.


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