"Datenschutz geht zur Schule" - Safer Internet Projekt am GiS

Die sechsten und siebten Klassen des Gymnasiums im Schloss wurden über die Gefahren des Internets aufgeklärt.

Die Referenten und die Medienscouts des GiS. Von links: Paulina Becker, Lehrer Malte Heidelberg, Mieke Rolfes, Lotte Liersch, Lia Twardoch, Jakob Sacha und Lehrer Andreas Buchal.
Die Referenten und die Medienscouts des GiS. Von links: Paulina Becker, Lehrer Malte Heidelberg, Mieke Rolfes, Lotte Liersch, Lia Twardoch, Jakob Sacha und Lehrer Andreas Buchal. | Foto: Gymnasium im Schloss

Wolfenbüttel. Schon seit Jahren kümmere sich das Gymnasium im Schloss (GiS) um Internetprävention und Schulungen im Umgang mit den digitalen Medien für Kinder und Jugendliche. In diesem Jahr habe das GiS einen besonderen Referenten gewinnen können: Johannes Pepping, Mitglied im Team der Landesbeauftragten für den Datenschutz Niedersachsen, habe in den vergangenen Tagen vor den Schülern des siebten Jahrganges über die Gefahren im Netz referiert. Die Schulung sei Teil der Aktion „Datenschutz geht zur Schule“ des Berufsverbandes der Datenschutzbeauftragten.


Pepping sei in der Aula des GiS auf eine interessierte Zuhörerschaft gestoßen: für die Jugendlichen seien What'sApp, Snapchat und Co mehr als nur Mittel der Kommunikation. Die sozialen Medien seien ihre reale Lebenswirklichkeit, die einen Großteil ihres Lebens ausmache. Der lebendige und auf Interaktion mit den Schülern bedachte Vortrag habe gleich zu Beginn die großen Unterschiede zwischen den Jugendlichen im Umgang mit dem Thema „Datensicherheit“ gezeigt. Während die einen für ihre What'sApp-Kommunikation ganz selbstverständlich einen Verschlüsselungs-Code benutzen, seien andere (noch) völlig arglos. Für viele Kinder sei die Information neu gewesen, dass ihre Apps ihre Handy- und Lebensgewohnheiten ausspionieren und dass die zu Hause häufig installierte Alexa für einen regen, wenn auch ungewollten Datenfluss mit der Außenwelt sorge.

"Alexa sorgt für Datenfluss mit der Außenwelt"


Pepping habe aufgezeigt, dass Sicherheit im Internet immer relativ sei: „Um ein Passwort mit neun Stellen und Sonderzeichen zu knacken, brauchte der Rechner eines Hackers 2005 noch 9.857 Jahre. 2009 schaffte er das bereits in 23 Tagen!“ Bei der heutigen Rechenleistung moderner Computer stelle ein solches Passwort nur noch eine scheinbare Sicherheit dar. Tipps für einen sicheren Umgang mit dem Smartphone seien auch von den Schülern gekommen: „Ich habe meine Passwörter unter einer Blindadresse im Handy versteckt“, habe Johann seinen Mitschülern empfohlen und sei von Johannes Pepping darin bestärkt worden.

Passwörter unter Blindadresse speichern


Nachdem der Referent die unterschiedlichsten Bereiche der IT-Sicherheit besprochen habe, habe er zum Ende seines Vortrages „Schiebetüren“ aus Pappe an die Schüler verteilt, die sie auf die Webcam ihres Bildschirmes kleben können: „Man merkt es nicht, wenn der eigene Computer gehackt wurde und die Webcam permanent mitfilmt!“

Achtung Webcam!


Das Projekt zur Internet-Sicherheit haben am folgenden Tage die Lehrer Andreas Buchal und Malte Heidelberg im sechsten Jahrgang fortgeführt. Mit tatkräftiger Unterstützung der GiS-Medienscouts Jakob Sacha, Lia Twardoch, Paulina Becker, Lotte Liersch und Mieke Rolfes aus dem neunten Jahrgang haben sie die Sechstklässler über Internetgefahren informiert. Es habe viele interessierte Nachfragen der Kinder gegeben, die zum größeren Teil noch sehr naiv mit dem Netz und den sozialen Medien umgehen. Zahlreiche rechtliche Fragen, wie das Recht am eigenen Bild oder urheberrechtliche Probleme, haben ausführlich erklärt werden müssen.

Urheberrecht, Abo-Fallen, Mobbing, Sexting


Viele Kinder seien bereits mit typischen Internet-Problemen wie Abo-Fallen, Mobbing und Sexting in Berührung gekommen. Nachdrücklich haben Lehrer und Medienscouts die Schüler gewarnt: „Gebt keine Informationen über euch preis! Versendet nur Bilder, die euch gehören! Seid vorsichtig mit Freundschafts- oder Chatanfragen!“ Und was tun, wenn doch belästigende oder beleidigende Mails oder Posts auf dem Bildschirm auftauchen? Andreas Buchal gibt eine klare Empfehlung: „Ignorieren ermutigt zum Weitermachen - macht Screenshots und geht damit zu Eltern oder Lehrern. Sie können den Verursacher auch bei der Polizei anzeigen!“

Datenschutzbeauftragter Johannes Pepping während des Vortrages.
Datenschutzbeauftragter Johannes Pepping während des Vortrages. Foto: Gymnasium im Schloss


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