DRK gab Einblick in Notunterkünfte


DRK-Einrichtungsleiterin Anna Heine erklärt den Abgeordneten die Abläufe im Wäschekeller zusammen mit (von links) Björn Försterling und
Horst Kiehne. Foto: DRK
DRK-Einrichtungsleiterin Anna Heine erklärt den Abgeordneten die Abläufe im Wäschekeller zusammen mit (von links) Björn Försterling und Horst Kiehne. Foto: DRK Foto: Privat



Schöppenstedt. Kreistagsabgeordnete aller Fraktionen verschafften sich in den vom DRK-Kreisverband betriebenen Flüchtlings-Notunterkünften in Schöppenstedt ein Bild der Lage. Björn Försterling, DRK-Katastrophenschutzbeauftragter, Horst Kiehne, DRK-Präsident, und Anna Heine, Einrichtungsleiterin vor Ort, führten die Politiker durch die Einrichtungen in der Strümpell- und der ehemaligen Realschule.

Dabei betonten die Rotkreuzler, dass es sich um den Betrieb von Notunterkünften handele. Vom Regelbetrieb sei man noch ein Stück weit entfernt. "Derzeit kommen pro Woche ein bis zweimal Busse mit etwa 100 Flüchtlingen zu uns", berichtet Försterling, ergänzte aber, dass viele gleich nach der Ankunft weiterziehen. "Da steht die Familienzusammenführung im Mittelpunkt." Manche Familien würden sich aber auch für Schöppenstedt entscheiden. Die jeweiligen Ankünfte seien organisatorische Kraftakte. "Wenn 150 Gäste angekündigt sind, haben wir auch Personal für 150 da", so Björn Försterling – darunter Haupt- aber auch viele Ehrenamtliche. Von den zahlreichen ehrenamtlichen Dolmetschern habe das DRK bereits vier fest eingestellt. Diese sollen zu Integrationscoaches weitergebildet werden. Sie würden im Betrieb der Unterkünfte enorm weiterhelfen „und sind auch für das soziale Zusammenspiel unerlässlich, können beispielsweise einschätzen, wer mit wem auf ein Zimmer passt‟, berichtet Kiehne. Insgesamt verlaufe das Zusammenleben in der Unterkunft enorm friedlich und konstruktiv, erzählt Einrichtungsleiterin Heine.

"Für uns ist das ein Riesenprojekt"


"Für uns ist das ein Riesenprojekt", betonte Försterling noch einmal. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Landkreis laufe inzwischen sehr gut, sagen die Rotkreuzler. "Allerdings hatten wir ursprünglich gedacht, die Unterkunft ist schnell voll belegt, so dass wir in den Regelbetrieb umschalten können", so Björn Försterling. Stattdessen herrsche eine hohe Fluktuation. Der Betrieb sei bisher die klassische Aufgabe des Katastrophenschutzes. "Wir möchten künftig gerne auch andere Wohlfahrtsverbände und lokale Initiativen mit einbeziehen. Dafür muss aber erst mal eine feste Struktur entstehen", blickt Kiehne voraus. Die Kreistagsabgeordneten jedenfalls zeigten großen Respekt vor der ehrenamtlichen Leistung, die in kurzer Zeit erbracht wurde. "Wir mussten auch schon viele unserer Helfer bremsen. Es ist eine enorme Leistung. Wenn man aber die Dankbarkeit in den Augen der Gäste sieht, sobald sie hier ankommen, dann weiß man, wofür man es tut", so Björn Försterling.

„Wir lernen alle täglich dazu‟


Auch für den Alltag der Flüchtlinge interessierten sich die Politiker. Anna Heine berichtet, dass die Gäste drei Mahlzeiten pro Tag bekommen, die vom DRK-Solferino geliefert werden. Ansonsten packen viele überall mit an – etwa wenn es um den Wäschedienst oder die Sortierung in der unterkunftsinternen Kleiderkammer geht. Für kleinere Snacks zwischendurch und Getränke sei ebenfalls gesorgt. Björn Försterling wies daraufhin, dass viele Flüchtlinge noch nicht registriert seien und daher kein Taschengeld bekommen. Manche hätten zudem noch Geld von der Flucht übrig andere nicht. Um den Hausfrieden zu erhalten, seien alle essentiellen Dinge vorrätig. Die Häuser seien gut als Unterkünfte geeignet. "Selbst bei Vollauslastung würde man sich hier nicht auf den Füßen stehen", so Kiehne. Einziges großes Problem: In der ehemaligen Schule gibt es keine Duschräume. Dafür werden derzeit Duschcontainer vor den Gebäuden aufgestellt. Außerdem sind die Unterkünfte mit W-Lan und ausreichend Stromanschlüssen ausgestattet. "Das ist für die meisten Flüchtlinge wesentlich. Mit Smartphones organisieren sie ihre Flucht und
halten Kontakt zur Familie", erklärt Björn Försterling.

„Wir lernen alle täglich dazu‟, berichtet Björn Försterling abschließend und betonte: „Das ist bundesweit der größte Hilfseinsatz des Roten Kreuzes seit dem Ende des 2. Weltkrieges.‟


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