Wolfenbüttel. Mehr als 70 Personen aus dem Landkreis Wolfenbüttel haben seit März 2019 in einem Projekt des CEMO der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften eine jeweils einwöchige Testfahrt mit einem Elektro-Fahrzeug unternommen und über ihre Erfahrungen in einem Fragebogen berichtet. Dies teilt die Ostfalia in einer Pressemitteilung mit.
„Die Rückmeldungen der Testenden waren insgesamt sehr positiv. Von vielen kam die Rückmeldung, dass das Fahren mit den E-Autos Spaß mache“, zieht Dr. Sonja Machledt-Michael ein vorläufiges Fazit. Die Ingenieurin ist Projektkoordinatorin zur Förderung der Elektromobilität im Landkreis Wolfenbüttel und wissenschaftliche Mitarbeiterin am CEMO.
Die ersten Testfahrer – so zeigt es eine Zwischenauswertung der Fragebögen – wären zwischen 21 und 77 Jahren alt und überwiegend männlichen Geschlechts gewesen. Schwierigkeiten im Umgang mit dem E- Fahrzeug habe fast niemand gehabt. Das Laden, ob zu Hause über eine Steckdose in der Garage, unter dem Carport oder an öffentlichen Ladestationen, habe der überwiegende Teil der Tester als problemlos empfunden. Wenn Schwierigkeiten genannt wurden, hätten diese defekte, beziehungsweise von anderen Autos besetzte Ladesäulen oder zu kurze Kabel an diesen betroffen. Auch die Anzahl der Ladesäulen sei von den Testfahrern als zu gering eingeschätzt worden und es wurde bemängelt, dass es zum Freischalten viele unterschiedliche Karten und Apps gebe.
Tägliche Wege problemlos erledigen
Die Strecke, die die Tester innerhalb einer Woche zurücklegten, habe stark variiert und lag im Schnitt bei 340 Kilometern. Insgesamt werde die Reichweite als noch zu gering eingeschätzt, auch wenn rund die Hälfte der Tester im Fragebogen angab, mit dem E-Auto die alltäglichen Wege völlig problemlos erledigen zu können. Prof. Dr.-Ing. Joachim Landrath vom CEMO überrasche dieses Ergebnis nicht: „Alle Befragungen zeigen, dass die Elektromobilität auf drei Ablehnungsgründe trifft: zu geringe Reichweite, zu wenig öffentliche Ladeinfrastruktur und ein zu hoher Preis der Fahrzeuge. Diese Gründe werden sich in naher Zukunft erübrigen, denn die Reichweiten der neuen E-Fahrzeugmodelle wachsen, es wird massiv in öffentliche Ladeinfrastruktur investiert, der Preis der E-Fahrzeuge sinkt und zugleich wurde die Förderung durch die Bundesregierung erhöht.“
Hauke Wischer vom CEMO ergänzt: „Wie in vielen anderen Untersuchungen zeigt sich auch im Landkreis Wolfenbüttel, dass E-Autos ideale Zweitwagen sind. Der ländliche Raum bietet sich zudem für E- Autos geradezu an, weil zum Laden über Nacht häufig in Carport oder Garage eine private Steckdose zur Verfügung steht.“ Erfreulich sei daher, dass gut die Hälfte der Tester im Fragebogen angab, über die Anschaffung eines E-Autos nachzudenken.
Jetzt selber testen
In dem Projekt „7 Tage unter Strom: Testen Sie selbst“, das von der Stiftung Zukunftsfonds Asse gefördert wird, können sich Interessierte auch weiterhin für eine Probefahrt bewerben und einen E-Golf für eine Woche kostenfrei ausleihen. Lediglich die Stromkosten (zirka 0,06 Euro pro Kilometer) seien zu tragen und das Fahrzeug solle sauber (gewaschen und ausgesaugt) zurückgegeben werden. Bewerben können sich alle Personen, die ihren Auto-Führerschein schon mindestens drei Jahre besitzen und im Landkreis Wolfenbüttel wohnen oder ihren Geschäftssitz haben. Menschen, die ehrenamtlich tätig sind, werden bevorzugt berücksichtigt. Bewerbungen an wf-mobil-e@ostfalia.de Nähere Informationen www.wolfenbuett-el.de

