Eintracht-Fan-Liebling Pfitze: „Ich höre immer die Gesänge bei der Aufstellung“

von André Ehlers




Braunschweig. Er ist der einzige echte  „Braunschweiger Junge“ im Team der Eintracht. War Marc Pfitzner zu Saisonbeginn eher zweite Wahl, setzt Trainer Lieberknecht mittlerweile immer öfter auf die große Einsatzbereitschaft und den Kampfgeist des 29-Jährigen. Gegen den HSV kam er für den verletzten  Elabdellaoui ins Spiel und hatten großen Anteil am Sieg.

Wir haben Fan-Liebling „Pfitze“ zum Interview getroffen:
Wie hast Du die beiden freien Tage nach dem 4:2 verbracht?

Pfitzner: Trotz der freien Tage steht die Regeneration im Vordergrund. Ich bin trotzdem hier ins Stadion gekommen und habe einen kurzen Sauna-Gang gemacht und war im Becken. Den zweiten Tag habe ich mit meiner Freundin verbracht.

Wie hast Du den Abstiegskampf gegen den HSV auf dem Rasen erlebt?

Pfitzner: Es war wirklich ein Hexenkessel, etwas ganz Besonderes hier im Stadion. Viele Leute haben mir nach dem Spiel eine SMS geschrieben oder angerufen und sich für die klasse Leistung bedankt. Das hat Riesen-Spaß gemacht und war echt mal wieder etwas ganz Besonderes hier.

Wie fühlt sich das an, als gebürtiger Braunschweiger mittlerweile der Fan-Liebling zu sein?

Pfitzner: Ich höre neuerdings immer diese Gesänge der Fans, wenn die Aufstellung kommt, aber ansonsten denke ich, dass die ganze Mannschaft in der Stadt sehr beliebt ist. Dass ich nun mal der einzige echte Braunschweiger im Team bin, das ist nun einmal so, aber dass ich wirklich so besonders gut ankomme,  glaube ich eigentlich nicht.

Der Trainer war nach dem 0:1 des HSV richtig sauer. Wie war die Stimmung in der Pause bei Euch in der Kabine?

Pfitzner: Wenn man mit einem Rückstand in die Kabine geht, ist man natürlich selbst auch nicht besonders glücklich und eher frustriert. Das ganze Spiel war ja auch ziemlich hitzig. Und wir waren nicht gut in der ersten Halbzeit. Daher war der Trainer natürlich auch schlecht drauf. Jedenfalls hat die Halbzeit-Ansprache gefruchtet und wir haben auch untereinander gesprochen. Dass es etwas gebracht hat, hat man dann ja in der zweiten Halbzeit gesehen.

Wurde es laut in der Kabine?

Pfitzner: Ab und zu wird es mal laut, mal leise. Manschmal wird auch gar nicht geredet. Aber der Rest bleibt halt auch in der Kabine.

Warum zeigt ihr von Spiel zu Spiel diese unterschiedlichen Leistungen? Braucht Ihr den besonderen Druck?

Pfitzner: Das weiß ich nicht. Ein Grund kann sein, dass uns manche Mannschaften einfach nicht liegen. Gegen Frankfurt sahen wir noch nie sonderlich gut aus. Trotzdem ist klar, dass wir kämpferisch immer an unser Limit gehen und alles versuchen. Manchmal klappt es halt nicht so. In der ersten Bundesliga muss man immer an die Top-Leistung gehen. Gerade wir, da vielleicht der ein oder andere individuell nicht so ganz die Klasse hat, müssen halt immer möglichst über die 100 Prozent gehen. An manchen Tagen klappt es besser, an manchen nicht. So ist das eben im Fußball.

Wie wird es denn am Wochenende in Nürnberg klappen?

Pfitzner: Die Nürnberger Mannschaft wird noch von unserem Trainerteam analysiert. Wir werden wieder einen Plan mit auf den Weg bekommen, wie wir diese Manschaft am besten schlagen werden. Unsere Einstellung passt eigentlich immer, da mache ich mir keine Gedanken. Wir werden wieder an unser Limit gehen und versuchen das Spiel in Nürnberg zu gewinnen.

Domi Kumbela hat gegen Hamburg einen Dreier geschafft. Was habt ihr mit ihm nach dem Spiel veranstaltet, in den Pool geschmissen?

Pfitzner: Nein, wir haben alle gefeiert und er kam dann in die Kabine und fragte nur ganz ungläubig: „Habe ich wirklich gerade einen Hattrick in der ersten Liga gemacht?“ Ich freue mich jedenfalls riesig für ihn. Er hat sich das vedient. Ein Knipser war er schon immer. Jetzt hat es gleich drei Mal geklappt. Das kann er gerne wiederholen?

Wie geht es denn bei Dir weiter, wo siehst Du dich in 2 Jahren?

Pfitzner: Das weiß ich auch noch nicht so genau. Als Braunschweiger fühle ich mir hier natürlich sehr wohl, weil meine Freunde und die Familie hier leben. Mein Vertag läuft aus und die nächsten Wochen oder Monate werden zeigen, wo mein Weg hinführt.


Marc Pfitzner (28. August 1984 in Braunschweig) wechselte in der Jugend von Eintracht Braunschweig zum Kreisligisten TSV Timmerlah. Nach Stationen beim Sv Broitzem und Freie Turner kehrte er 2005 zum BTSV zurück und spielte zunächst in der 2. Mannschaft. Sein erstes Profispiel absolvierte er 2007 in der Regionalliga gegen den 1. FC Magdeburg. In der 1. Bundesliga stand Pfitzner bislang in sieben Spielen auf dem Platz.


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