"Gute Hilfe braucht gute Helfer!": Feuerwehr sucht dringend Nachwuchs


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Kreis Wolfenbüttel. Andere Wege muss die Freiwillige Feuerwehr im Landkreis Wolfenbüttel gehen, um neue Mitglieder zu werben. Mit einer groß angelegten Plakataktion sollen Kinder und junge Menschen motiviert werden, die Wehren bei ihrer lebenswichtigen Aufgabe, für alle im Kreisgebiet wohnenden Menschen, zu unterstützen. Der eigens gegründete „Arbeitskreis Mitgliedergewinnung“ entwickelt Strategien, die helfen sollen, eine Trendwende einzuleiten.

Markus Rischbieter und Marcus Peters vom Arbeitskreis: „Es muss Aufklärungsarbeit geleistet werden, wie wichtig der Dienst in den Ortswehren ist. Der Brand- und Gefahrenschutz ist eine kommunale Pflichtaufgabe, deren Erfüllung immer sichergestellt sein muss. Unser früherer Bundespräsident Richard von Weizäcker sagte einmal: „Die Feuerwehren bilden unsere früheste, lebendigste und mutigste Bürgerinitiative!“

In Niedersachsen gibt es nur in elf größeren Städten Berufsfeuerwehren, in allen anderen Wehren sind Freiwillige für das Feuerwehrwesen zuständig. Freiwillige, die ehrenamtlich viel Zeit investieren, sich ein umfangreiches Fachwissen anzueignen. Die bei Wind und Wetter losfahren, wenn der Piper Alarm signalisiert. Sie bringen viel Idealismus auf und müssen fast immer einsatzbereit sein. Unter diesen Voraussetzungen ist es nicht einfach, neue Mitglieder zu werben. „Es muss künftig wenigstens gelingen, scheidende Feuerwehrfrauen- und -männer durch neue Mitglieder zu ersetzen. Früher gingen viele junge Frauen und Männer in den dörflichen Gemeinden in die Freiwillige Feuerwehr und blieben dann auch über viele Jahre aktive Mitglieder. Das hat sich leider geändert“, schildert Erster Kreisrat Martin Hortig die Situation.

Kreisbrandmeister Tobias Thurau spricht über die Gründe für den Mitgliederschwund: „Kinder kommen mit Begeisterung in die Kinder- und Jugendfeuerwehren, absolvieren diverse Lehrgänge und brechen irgendwann ab, weil ihnen Ganztagsschule, Sport oder zum Beispiel Musikunterricht zu viel Zeit abverlangen. Wir bedauern diese Entwicklung sehr und sind froh über jedes einzelne Kind, das auch später als Erwachsener noch aktiven Dienst in der Feuerwehr leistet. Der demografische Wandel ist mitverantwortlich für den Rückgang der aktiven Mitglieder. Wir sind froh, dass viele ältere Kameraden die Schulung des Nachwuchses übernehmen. So sparen die aktiven Kameraden Zeit ein, die wir für andere Aufgaben einsetzen können.

Nun hieße es also, eine wirksame Agenda zusammen zu stellen, die die Ortswehren im Landkreis Wolfenbüttel auch für die Zukunft zu einem zuverlässigen Instrument in Sachen Brandschutz und Gefahrenabwehr macht. Das Land Niedersachsen wirbt bereits überregional in und für ganz Niedersachsen. Der Arbeitskreis Mitgliedergewinnung der Feuerwehren im Landkreis Wolfenbüttel startet eine eigene Aktion. Rischbieter und Peters zählen einige geplante Maßnahmen auf: „Leon Fischer, Mitglied im Arbeitskreis, hat uns verschiedene Entwürfe für die Plakate angefertigt, die wir nach und nach werbewirksam aushängen. In einem Adressfeld sind Kontaktdaten eingedruckt, über die sich Interessierte informieren können. Die Ortswehren werben auf ihren Homepages um neue Mitglieder und wir planen entsprechende Öffentlichkeitsarbeit.

Unterstützung erhält die Aktion von der Öffentlichen Versicherung Braunschweig. Gemeinsam mit dem Landkreis Wolfenbüttel hat sie die Druckkosten für die Plakate übernommen. Der Stellvertretende Bezirksdirektor Uwe Schäfer erläutert: „Diese Maßnahme haben wir als verlässlicher Partner der Feuerwehren gern unterstützt. Die Öffentliche Versicherung wird auch weiterhin die Mitgliederwerbung der Feuerwehr im Landkreis aktiv begleiten. Darüber hinaus können wir keine Brände verhindern, wohl aber im Hinblick auf die finanziellen Folgen eines Schadensfalles für unsere Versicherten da sein“.


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