"Ich finde es beschämend" - Lesermeinung zur Entscheidung des Finanzausschusses




Unsere Leserin Eva Birthler findet es beschämend, dass sich der Finanzausschuss der Stadt Wolfenbüttel gegen eine Personalkostenförderung des AHA-Erlebnismuseums ausgesprochen hat (WolfenbüttelHeute.de berichtete). In einem Leserbrief, den wir an dieser Stelle unkommentiert und ungekürzt veröffentlichen, bezieht sie zu diesem Thema Stellung.

Finanzausschuss der Stadt spricht sich gegen Personalkostenförderung des AHA-Erlebnismuseums aus



Ich kann`s nicht glauben! Jahr ein Jahr aus bringt Annette Goslar es fertig, mit ihren engagierten Vereinsmitgliedern und freiwilligen Kindern wie Erwachsenen unglaublich fantasievolle, abwechslungsreiche und zeitgemäße Ausstellungen auf die Beine zu stellen. Kein Museum der Stadt und des Landkreises kann solche Besucherzahlen aufweisen, denn wer schafft es noch jährlich 8000 Kinder und Erwachsene pro Jahr zu begeistern?

Als Annette Goslar hier in dieser Stadt ein Kindermuseum aufbauen wollte, haben ihr genügend Freunde von dieser Idee abgeraten: die Stadt sei zu klein, die notwendige Besucherzahl würde nicht erreicht werden können. Großstädte wie Hamburg oder München wären geeignet, aber keine Städte unserer Größe.
Annette Goslar ist keine Frau, die sich von solchen Argumenten einschüchtern lässt; sie ließ sich als Museumspädagogin qualifizieren und startete mit Elan – ehrenamtlich versteht sich. Ich erinnere mich noch an das Thema „Wer hat an der Zeit gedreht“, denn ich führte damals auch einige Kindergruppen durch die Ausstellung und erleben mit, was „sich selbst bilden“ bedeutet.

Das AHA-Erlebnismuseum entwickelte sich von Ausstellung zu Ausstellung zu einer immer begehrteren Bildungseinrichtung in Stadt und Landkreis. Schulen und Kindergärten erkannten die Qualität dieser Kind gerechten Lernwelt. Und während andere von Bildungslandschaften und Inklusion reden, verwirklichte Annette Goslar mit ihrem unermüdlichen Einsatz einen modernen Bildungsansatz, wo Kinder selbständig in eigenem Lerntempo auf Entdeckungsreise gehen können.

Seit Jahren hofft das Aha-Erlebnismuseum auf finanzielle Unterstützung für eine angemessene Bezahlung einer Fachkraft, die den Fortbestand des Museums sichert. Ich finde es beschämend, dass diese wohlhabende Stadt die Gelder für überaus wahre Bildungsarbeit nicht dahin leitet, wo engagierte Leute gekonnte Arbeit für unsere Kinder anbieten.
Anderen Städten haben durch die Vergabe ihrer Preise an das AHA-Erlebnismuseum den Wert dieser Arbeit längst gewürdigt. Jetzt sollte die Stadt Wolfenbüttel ihren Beitrag durch angemessene finanzielle Höhe leisten! Das ist seit Jahren überfällig.

Eva Birthler


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