Wolfenbüttel. Was wäre, wenn Wolfenbüttel keinen Rettungshubschrauber hätte? Zwanzig Jahre, nachdem sich fast 100.000 Menschen für den Erhalt des Hubschraubers am Standort Wolfenbüttel ausgesprochen haben, reflektiert nun Initiativ-Geber Andreas Memmert den langen Weg zum heutigen Christoph 30.
Er kann in 15 Minuten in Hannover sein: ein Hubschrauber hat seinem beräderten Kollegen einiges Voraus – die Schnelligkeit zum Beispiel. Wenn ein Notruf eintrifft und es schnell gehen muss, dann ist die Mannschaft des Christoph 30 startbereit. Arzt und Pilot müssen dann zügig und konzentriert handeln – und das alles in der Luft. Doch um ein Haar hätte es diese Option der Lebensrettung gar nicht gegeben, als ein Gutachten aus dem 1996 belegen will, dass Wolfenbüttel eigentlich keinen Rettungshubschrauber bräuchte. Als Mitte der 90er Jahre diese Nachricht zu Andreas Memmert durchdringt, traut er seinen Ohren kaum. Kann man auf einen Rettungshubschrauber wirklich verzichten? "Was ist ein Menschenleben wert?", fragt Memmert damals und regt infolgedessen eine Volksinitiative an, die sich später im großen Stil für den Erhalt des Hubschraubers am Standort Wolfenbüttel ausspricht. "Wir haben innerhalb von sechs Wochen fast 100.000 Unterschriften gesammelt und sie an die Landesregierung Niedersachsen übergegeben", erzählt Memmert. "Als dann die Nachricht kam, dass Christoph 30 in Wolfenbüttel bleiben wird, hatten wir alle Tränen in den Augen."
Das alles ist nun 20 Jahre her. Mittlerweile fliegt der gelbe Christoph 1500 Einssätze im Jahr. Drei bis fünf Mal am Tag geht er die Luft, fliegt bis nach Hannover, Wolfsburg oder Wernigerode. "Wenn Christoph nicht wäre, dann würden ganz sicher schon einige Menschen nicht mehr leben", betont Memmert und sieht zu "seinem" gelben Engel hinüber.


