Die Nachricht mag für den einen oder anderen Bürger in Stadt und Landkreis Wolfenbütte überraschend gewesen sein. Der Atommüll in dem ehemaligen Salzbergwerk Asse 2 kann vermutlich erst deutlich später geborgen werden als bisher von vielen erwartet.
Zumindest wenn man sich an einen bisher nicht veröffentlichten Rahmenterminplan des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) hält. Dann kann mit der Rückholung der Fässer nämlich erst Ende 2036 begonnen werden – frühestens. Bisher ging man sowohl bei den Initiativen vor Ort als auch bei der AsseII-Begleitgruppe davon aus, dass die Arbeiten bis spätenstens 2028 abgeschlossen seien. Der nun durchgesickerte Rahmenterminplan, der von der Firma Arcadis Pojektmanagement im Auftrag des Bundesamtes erstellt wurde, lässt diese Planungen jedoch nur noch als Wunsch auf dem Papier stehen.
Die Bürgerinitiativen sind sauer. Landrat Jörg Röhmann, Vorsitzender der Asse-2-Begleitgruppe, zeigte sich von der Entwicklung allerdings nicht überrascht und blickt sachlich auf das Gutachten. „Bei seinem Besuch in der Asse hat uns der damalige Bundesumweltminister Dr. Röttgen einen Zeitplan innerhalb der nächsten zwei Monate zugesagt. Der liegt nun vor.“ Ob es tatsächlich bis 2036 dauere, hänge auch davon ab, ob, wie in dem Plan, alle notwendigen Schritte nacheinander abgearbeitet werden, oder ob man auch – nach entsprechenden gesetzlichen Beschlüssen – parallel arbeiten könne. Wie schnell sich ein Zeitplan verschieben kann, habe ja schon die Arbeit der Gruppe in den vergangenen Jahren gezeigt. „Wir haben vor zwei Jahren die ersten Vereinbarungen getroffen und gingen von einem Jahr Zeit zur Abarbeitung aus um dann Abwägen zu können, was wir der Bevölkerung vor Ort zumuten. Diese Planung konnte nicht eingehalten werden“, so Röhmann. Das neue Zeitgutachten sei nun eine Basis, auf der entsprechende Entscheidungen getroffen werden können. Und die werden in seinen Augen kommen. – immerhin genieße der neue Bundesumweltminister ja das Vertrauen der Kanzlerin. „Der Minister hat jetzt ein Handbuch in der Hand“, so Röhmann. Eine intelligente „Lex Asse“ zu erarbeiten sei nun das Ziel. Hierfür müssten alle Beteiligten Hand in Hand zusammen arbeiten und zum Beispiel auch das BfS mit den benötigten Mitarbeitern und finanziellen Mitteln ausstatten. „Letzten Endes ist der Weg das Ziel“, betont Röhmann.


