Pech für die WF-Wolves beim RoboCup


Humanoide der WF-Wolves in der TeenSize-Liga. Fotos: Privat
Humanoide der WF-Wolves in der TeenSize-Liga. Fotos: Privat | Foto: Privat

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Hefei/Wolfenbüttel. Qualifiziert unter den 16 besten Teams der Welt, nahm das studentische Team „WF Wolves“ der Ostfalia Hochschule vom 19. bis 22. Juli am RoboCup 2015 in Hefei (China) teil (RegionalWolfenbüttel.de berichtete). Am Sonntag (26.7.) kehrten sie – früh aus den Wettbewerbsspielen ausgeschieden – mit jeweils dem zweiten Platz in den technischen Prüfungen der KidSize und der TeenSize Ligue sowie einiger Krisenerfahrung wieder nach Wolfenbüttel zurück.

Die Roboter auf eigenen Wegen


Was war passiert? „In Frustration hätten wir in diesem Jahr den ersten Platz gemacht“, sagte Projektleiter Prof. Dr. Gerndt, der mit seiner 10-köpfigen studentischen Mannschaft am 17. Juli zur Roboterweltmeisterschaft gereist war. Alles verlief gut, die mehrmonatigen Vorbereitungen waren erfolgreich abgeschlossen worden und auch der lange Flug von Hannover über Amsterdam und Guangzhou nach Hefei hat den „Wolfenbütteler Wölfen“ die Laune nicht verdorben. „Aber nach der Landung stellten wir mit Erschrecken fest, dass ein Großteil unseres Gepäcks fehlte, also auch unsere Roboter samt wichtigem Spezialwerkzeug. Alles hing in Guangzhou fest“, berichtete Tobias Bolze, Mitglied der WF-Wolves. Lediglich ein kleiner Roboter im Handgepäck war dem Team geblieben, und die brasilianische Verstärkung mit zwei Humanoiden der Partnerhochschule Universidade Federale Santa Maria, die als „Transferspieler“ das Team aus Deutschland unterstützten (RegionalWolfenbüttel.de berichtete).

Am Ball vorbei


 Tobias Bolze und Oliver Krebs vom Team WF-Wolves überwachen digital das Spiel.
Tobias Bolze und Oliver Krebs vom Team WF-Wolves überwachen digital das Spiel. Foto: Privat



Erst einen Tag vor Beginn der Weltmeisterschaft trafen weitere Koffer mit einem Humanoiden ein, so dass die WF-Wolves mit den „Brasilianern“ gemeinsam doch noch an der TeenSize-Liga teilnehmen konnte. „Unser Pech war, dass wir aufgrund der fehlenden Roboter und des fehlenden Equipments die Humanoiden nicht mehr optimal auf die Bedingungen vor Ort anpassen konnten. Das machte sich dann auch beim Spiel auf der relativ hohen Rasenfläche bemerkbar“, so Gerndt. Er berichtete, dass es aufgrund von Softwareproblemen den „Spielern“ teilweise nicht gelungen ist, den Ball auf dem Spielfeld zu finden oder zu spielen. „Irgendwann am ersten Spieltag kamen dann noch ein paar Kisten mit den restlichen Robotern und den Werkzeugen an. Nun gelang es aber dem Team nicht mehr, die Humanoiden noch sinnvoll ins Spiel zu bringen. Das „Wolves und Taura“-Team ist dann entsprechend früh aus dem Turnier ausgeschieden“, bedauert der Informatikprofessor der Ostfalia.

Erfolg in den technischen Prüfungen


Für die technischen Prüfungen im Roboterfußball reichten die anfangs wenigen Roboter jedoch aus. Sie mussten einen kräftigen „Rempler“ überstehen, ohne umzufallen, ein Flanke direkt ins Tor schießen, den Ball hoch schießen und, wie bei einem Kopfball, in die Höhe springen. Hierbei konnte das Team in den beiden Ligen KidSize und TeenSize den zweiten Platz erreichen. In der TeenSize müssen die „Wölfe“ sich die Platzierung jedoch mit einem Gemeinschaftsteam aus Kanada und dem Iran teilen. Der kleine Industrieroboter, der sich für die Liga RoboCup@Work qualifiziert hatte, kam ebenfalls verspätet an, mit einem Achsenbruch und ohne Batterien.

Hoffnung auf 2016


Während Professor Gerndt nach dem Wettbewerb nach Japan reiste, um einige Universitäten zu besuchen, flogen die WF-Wolves von Hefei über Paris nach Hannover zurück. „Jetzt ist unser Gepäck in Paris hängengeblieben“, erzählt Tobias Bolze – und schmunzelt, „ich bin mal gespannt, wann alles hier ankommt. Und was die Tage in China angeht, so haben wir in Sachen Krisenmanagement einiges dazu gelernt. Trotz der Missgeschicke hat das Team viele neue Anregungen und Ideen gesammelt, die es bis zur Weltmeisterschaft in Deutschland umzusetzen gilt.“ Im nächsten Jahr findet der RoboCup 2016 in Leipzig statt – und auch da sind die WF-Wolves mit Sicherheit dabei!