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Groß Stöckheim: Projektil im Kopf: "Ich hätte tot sein können"



Projektil im Kopf: "Ich hätte tot sein können"

Ahnungslos saß Heike Schmerse am Gründonnerstag auf ihrer Terrasse, als sie plötzlich etwas am Kopf traf.

von Anke Donner


Symbolfoto.
Symbolfoto. Foto: Pixabay

Groß Stöckheim. Was die Wolfenbütteler Kommunalpolitikerin Heike Schmerse kurz vor Ostern erlebte, möchte wohl niemand erleben. Als sie nach getaner Hausarbeit ahnungslos auf der Terrasse saß, traf sie plötzlich etwas am Kopf. Was sie zunächst für eine Hummel hielt, stellte sich später als Projektil heraus.



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Im Gespräch mit regionalheute.de erzählt Heike Schmerse von dem Horror-Erlebnis, das sie, wie sie sagt, noch heute sehr schreckhaft sein lässt. Als sich die Groß Stöckheimerin am Gründonnerstag abends eine kurze Pause auf der heimischen Terrasse gönnt, trifft sie etwas mit voller Wucht am Kopf. "Aus den Augenwinkeln habe ich gesehen, wie etwas angeflogen kam. In der ersten Sekunde habe ich noch gedacht, das ist eine Hummel, in der zweiten Sekunde flog auch schon mein Kopf zurück", erinnert sich Heike Schmerse an den schrecklichen Augenblick. Als sie den Kopf wieder hebt, schoss auch schon das Blut aus ihrem Kopf.



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Geschoss schlägt zwischen den Augen ein


Weil sie an diesem Abend alleine zuhause war, lief sie sofort los, um Hilfe zu holen. Gott sei Dank leben ihre Geschwister in unmittelbarer Nachbarschaft. "Meine Augen waren gleich voll mit Blut, da kam eine große Menge Blut aus der Wunde und ich wollte, dass einfach mal jemand guckt, was da los ist."



Ihr Bruder leistet schließlich Erste Hilfe und presst ein Kühlakku auf die Wunde. "Sofort hat sich die Stelle auch verschlossen", sagt Heike Schmerse. Was sie zu diesem Zeitpunkt nicht ahnte: Nicht eine Hummel hatte sie genau zwischen den Augen direkt an der Nasenwurzel getroffen, sondern das Projektil eines Luftgewehrs. Das sollte sich aber erst später herausstellen.


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Zunächst wurde Heike Schmerse durch den gerufenen Rettungsdienst behandelt. Die Wunde wurde versorgt, Schmerse blieb zu Hause. Die Polizei nahm den Fall - nicht ahnend, dass hier eine Schusswaffe im Spiel war - auf und verabschiedete sich ebenfalls. Man ging davon aus, dass jemand mit einer Zwille oder ähnlichem geschossen hatte. Die Polizei konnte bei der Absuche des Grundstücks nichts finden, was die Verletzung hervorgerufen haben könnte. Auch die Frage danach, ob Heike Schmerse irgendwelche Probleme mit Nachbarn, oder einen Schuss gehört habe, verneinte sie. Sie kann sich niemanden vorstellen, der es auf sie abgesehen haben könnte.

Großes Glück gehabt


Nachdem der erste Schreck nachgelassen hatte, der Schmerz in ihrem Kopf aber blieb, fuhr sie am nächsten Tag ins Krankenhaus. Mit dem Blick auf ihren bevorstehenden Urlaub wollte sie die Sache noch einmal abklären lasse. "Ich hatte die ganze Zeit Schmerzen und mir war oft schwindelig. Außerdem war die Stelle ganz dick und hart", erzählt sie.

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Im Krankenhaus dann die Hiobsbotschaft: In ihrem Kopf steckte das Projektil eines Luftgewehrs. Durch den Kühlakku hatte sich die Wunde verschlossen und das Geschoss verborgen. Noch am selben Tag wurde die Kugel entfernt und die Wunde genäht. "Ich habe wirklich großes Glück gehabt. Ein paar Millimeter weiter links oder rechts und das Projektil wäre in mein Auge eingeschlagen. Ich hätte tot sein können", sagt sie. Inzwischen geht es ihr wieder gut, die Wunde ist gut verheilt. Was aber bleibt, ist die Angst, gibt sie zu. "Wenn es irgendwo laut wird, oder knallt, zucke ich schon zusammen", gesteht sie, auch wenn sie den Vorfall soweit mental gut verkraftet habe. "So ganz sorgenfrei ist man nicht."

Schmerse ist froh, dass sie den Angriff - ob nun gezielt oder nicht - gut überstanden hat. Die Polizei hat, nachdem ihr das Projektil ausgehändigt wurde, die Ermittlungen aufgenommen. Die Ergebnisse bleiben abzuwarten. Viel Hoffnung aber habe Heike Schmerse nicht, dass der Täter gefasst wird.


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