Wolfenbüttel. Die Stadt Wolfenbüttel hatte in dieser Woche Gäste der University of Wisconsin-Parkside aus der amerikanischen Partnerstadt Kenosha zu Gast. Am vergangenen Montag besuchten Dr. Lesley Heins Walker (Erste Prorektorin und Dekanin der UW-Parkside) und Dr. Hedda Sander von der Ostfalia-Hochschule Bürgermeister Ivica Lukanic im Rathaus für ein Gespräch, wie die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung berichtet.
Der Bürgermeister dankte Dr. Lesley Heins Walker zunächst für den Auftritt der Studentinnen und Studenten, unter der Leitung der renommierten Musiker und Dozenten Russel Johnson und Ayesu Lartey bei der Wolfenbütteler Kulturnacht. Ein zentrales Thema des Treffens sei nämlich der erfolgreiche Austausch zwischen den beiden Städten und ihren Hochschulen. Die amerikanischen Studierenden zeigten sich bei ihrem Besuch besonders von der urbanen Lebensqualität, der kurzen Wege, den zahlreichen Parks und dem lebendigen Kulturangebot auf den Straßen Wolfenbüttels beeindruckt, die die Dekanin berichtete.
Beide Seiten waren sich einig, dass die Einbindung der jungen Generation entscheidend sei, um die jahrzehntelange Städtepartnerschaft zukunftssicher aufzustellen. Da aktuelle Visa-Bestimmungen den Austausch von Fachkräften derzeit erschweren, rücke der akademische und studentische Austausch weiter in den Fokus. Für die Jahre 2027 und 2028 seien bereits die nächsten gegenseitigen Besuchsprogramme in Planung.
Künstliche Intelligenz und kommunale Herausforderungen
Neben den kulturellen Aspekten widmeten sich die Gesprächspartner den weitreichenden Veränderungen durch Künstliche Intelligenz (KI). Sowohl im universitären Bereich als auch in der öffentlichen Verwaltung erzwinge die Technologie ein Umdenken. Dr. Lesley Heins Walker berichtete von den Herausforderungen für den Bildungssektor, neue Prüfungs- und Lernformate zu entwickeln, die über das bloße Abrufen von Wissen hinausgehen. Obwohl uns die Vereinigten Staaten noch einen Schritt voraus seien, was Digitalisierung betreffe, kehre man dort an der Universität nun vermehrt wieder zu Papier und Stift zurück.
Auf kommunaler Seite spiegele sich der digitale Wandel in einer veränderten Kommunikationskultur wider. Gleichzeitig wurde die Sorge geteilt, dass der direkte, persönliche Dialog in der Gesellschaft abnimmt. Neben der Digitalisierung wurden auch drängende lokale Themen wie die notwendige Klimaanpassung, die Energiewende und die angespannte finanzielle Lage der Kommunen diskutiert. Hinzu komme die Aufgabe, der gesellschaftlichen Polarisierung entgegenzuwirken und das gemeinsame Verantwortungsbewusstsein für den öffentlichen Raum wieder zu stärken.
Innovatives Konzept für das Lessingjahr 2029
Mit großem Nachdruck widmete man sich den Planungen für den 300. Geburtstag von Gotthold Ephraim Lessing im Jahr 2029. Die Stadt verfolge das Ziel, das Jubiläum nicht nur historisch zu würdigen, sondern mit überregionaler Strahlkraft in die Moderne zu übersetzen.

