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"Ungewollte Unterstützung" - Bürgermeisterkandidat Lukanic lehnt AfD-Hilfe ab

Der parteilose Kandidat stehe für eine "Imagepolitur der AfD" nicht zur Verfügung.

Ivica Lukanic möchte nicht von der AfD unterstützt werden. Archivbild
Ivica Lukanic möchte nicht von der AfD unterstützt werden. Archivbild Foto: regionalHeute.de

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27.07.2020

Wolfenbüttel. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Nur eine gute Stunde ist es her, dass die AfD Fraktion im Rat der Stadt Wolfenbüttel in einer Pressemitteilung verkündete, bei der Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr den parteilosen Kandidaten Ivica Lukanic unterstützen zu wollen (regionalHeute.de berichtete). Schon ist die Reaktion des genannten Kandidaten da. Und dieser zeigt sich wenig begeistert von der unverhofften Unterstützung.


"Die AfD möchte sich offenbar nach der Diskussion um das Ausschlussverfahren von Kalbitz nun auch auf kommunaler Ebene den Anstrich der Weltoffenheit und Aufgeschlossenheit gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund geben", heißt es in einer Pressemitteilung von Ivica Lukanic. "Ich lehne diese ungewollte Unterstützung ab!" Es empfehle sich ein Blick auf die Positionen des BUW (Bündnis unabhängiger Wähler) an denen er in seiner Zeit als Mitglied mitgewirkt und diese maßgeblich verfasst habe: „Wir lehnen jegliche extremistische, gewalttätige, rassistische und fremdenfeindliche Aktivitäten und Meinungsäußerungen zur Durchsetzung von politischen Zielen kategorisch ab.“

Seine freie Kandidatur sei keine Einladung dazu moralische und demokratische Grundsätze zu verlassen. "Mein innerer Kompass richtet sich nach einem aufgeklärten humanistischen Weltbild aus. Ich lehne entschieden auch latenten Rassismus ab von dem es in der letzten Ratssitzung einiges von der AfD zu hören gab", so Lukanic.

"Ein Schachzug ihm zu schaden"


"Wolfenbüttel ist die Stadt. Vielfalt macht Stadt. Vielfalt der Herkünfte, Vielfalt der Kulturen, Vielfalt der Lebenskonzepte und -entwürfe." Es sei ihm ein Rätsel, seit wann sich die AfD mit diesen Vorstellungen identifiziere und auf diese Unterstützung komme. Er könne das nur als Schachzug ihm zu schaden interpretieren. "Hätte man mich gefragt, hätte ich der AfD diese Peinlichkeit ersparen können. Ich stehe für eine Imagepolitur der AfD nicht zur Verfügung! Das ist mit meinen selbst gemachten Erfahrungen nicht vereinbar", betont Lukanic abschließend.


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