Wolfenbüttel. Bereits seit einigen Jahren steht die Gaststätte "Cordon Rouge“ in Fümmelse leer. Nachdem die Stadt das Gebäude im Jahr 2022 gekauft hatte, gab es Pläne zum Abriss – doch wer die Fümmelser Straße entlangfährt, stellt fest, dass es immer noch steht. Doch nun könnte Bewegung in die Angelegenheit kommen.
Schon beim Erwerb der Liegenschaft war klar, dass sich die ehemalige Gaststätte in einem derart schlechten baulichen Zustand befindet, dass eine Sanierung wirtschaftlich zumindest fragwürdig wäre. In einem Wertgutachten war von einem mangelhaften Zustand die Rede, die Nutzung des Gebäudes wurde untersagt und eine Prüfung der Bausubstanz beauftragt. Schließlich wurde im Rat der Stadt einstimmig beschlossen, das Cordon Rouge abreißen zu lassen. Nach dem Abriss sollte übergangsweise eine Blühwiese angelegt werden.
Abriss verzögert sich
Beginnen sollte der Abriss im Frühjahr 2025, doch kurz vor Beginn des Frühlings 2026 sehen Anwohner statt einer Blühwiese noch immer den ehemaligen Gasthof. Besonders im Hinblick auf die geplante Nachnutzung des Geländes als Fläche für den bedarfsgerechten Neubau der benachbarten Grundschule ist die Verzögerung schwer nachvollziehbar – schließlich gilt bereits ab dem kommenden Schuljahr ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Erstklässler, der nach und nach auf weitere Klassenstufen ausgedehnt werden soll. Der Ortsbürgermeister von Fümmelse, Marc Angerstein, ärgert sich über die Verzögerung: Aus Sicht der Bevölkerung sei dies Wasser auf die Mühlen der Politikverdrossenheit. Die Verzögerung liege auf Seiten der zuständigen Baubehörde, nicht der Politik – dennoch entstehe bei den Menschen der Eindruck, "die da oben" würden ihre Versprechen nicht halten.
So soll es weitergehen
In diesem Jahr soll es nun endlich so weit sein und das Cordon Rouge abgerissen werden. Das geht aus einer Vorlage der Sitzung des Schulausschusses der Stadt am vergangenen Dienstag hervor. Der Neubau des geplanten modernen Grundschulzentrums könnte dann in den 2030er Jahren realisiert werden. Marc Angerstein indes hofft, dass der Neubau der Schule möglicherweise vorgezogen werden und vielleicht schon 2029 beginnen kann.

