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Wolfenbüttel: Von gar nicht zu größer: Grüne scheitern mit Anträgen zur Meesche-Brücke



Von gar nicht zu größer: Grüne scheitern mit Anträgen zur Meesche-Brücke

Die "politische Zick-Zack-Bewegung" kam nicht bei allen Ratsmitgliedern gut an.

von Anke Donner


Symbolfoto
Symbolfoto Foto: Dontscheff

Wolfenbüttel. Trotz zweier Änderungsanträge der Grünen im Rat der Stadt kommt die neue Brücke, die zukünftig das Meesche Stadion mit der Friedrich-Ebert-Straße verbinden soll, so, wie sie ursprünglich geplant war. Dafür sprach sich am Abend der Rat der Stadt Wolfenbüttel aus.



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Der 25 Meter lange und zweieinhalb Meter breite Brückenneubau soll ein Ersatzbau für die alte Brücke sein, die sich etwa 80 Meter neben dem neuen Standort befand und aus Sicherheitsgründen bereits abgerissen wurde. Sie bilde für Fußgänger und Radfahrer eine wichtige Verbindung zwischen dem neuen Sportpark und der Friedrich-Ebert-Straße, war sich ein Großteil des Gremiums einig.



Gleich zwei Änderungsanträge


Die Stadtratsfraktion von Bündnis90/Die Grünen wollten dieses Vorhaben jedoch unter anderem aus finanziellen Gründen erst einmal auf Eis legen. Der Kostenfaktor und die Tatsache, dass überhaupt noch nicht geklärt ist, wie sich die Planungen bezüglich des an die Brücke angebundenen Parkplatzes gestalteten, sei Grund genug, die Maßnahme zu verschieben, argumentierten die Grünen in ihrem ersten Antrag zu diesem Thema. Die von der Verwaltung kalkulierten 665.000 Euro sollte man in diesem Haushalt also besser einsparen, so der Grünen-Ratsherr Sascha Poser und machte deutlich, dass seine Fraktion der Verwaltungsvorlage nicht folgen würde. Stattdessen appellierte er an den Rat, dem Änderungsantrag der Grünen zuzustimmen. Den Rat überzeugten diese Argumente nicht und man sprach sich gegen den ersten Änderungsantrag der Grünen aus. Diese hatten aber gleich noch einen Antrag in petto. Diesmal sollte die Brücke größer und damit teuerer werden. Statt einer Breite von zweieinhalb Metern, schlug die Fraktion nun vier Meter vor.


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Von gar nicht zu größer



Laut einer Empfehlungen für Radverkehrsanlagen sollte eine vom Fuß- und Radverkehr genutzte Brücke eine Mindestbreite von vier Metern haben, führte Leonhard Pröttel den Antrag seiner Fraktion aus. Bürgermeister Ivica Lukanic wies daraufhin, dass es sich dabei lediglich um Empfehlungen handele, denen man nicht unbedingt müsse. Abweichungen seien hier nicht ungewöhnlich. Zudem erklärte der Verwaltungschef, dass eine Verbreiterung der Brücke auf vier Meter die Kosten auf etwa eine Millionen Euro hochtreiben würden. Letztendlich wurde auch dieser Antrag abgeschmettert.

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Bevor der Rat die Anträge der Grünen ablehnte und der Ursprungsvorlage zustimmte, konnte aber Marc Angerstein, Fraktionsvorsitzender der CDU, mit seiner Kritik am Vorgehen der Grünen nicht hinterm Berg halten und bezeichnete dieses als "politische Zick-Zack-Bewegung". Nachdem man gemerkt habe, dass die Brücke sowieso komme, habe man schnell die Richtung gewechselt und wolle nun auch noch eine sehr viel teurere Variante. Ein Vorgehen, dass er keinesfalls verstehen könne und das einmal angesprochen werden will, so Angerstein.

Sascha Poser rechtfertigte das Vorgehen seiner Partei damit, dass man nun, wenn die Brücke ohnehin kommen werde, das Beste für die Radfahrer rausholen wolle. Ein letzter Versuch, zumindest drei Meter rauszuschlagen, stieß auf ebenso wenig Begeisterung und wurde vom Ratsvorsitzenden Jan Schröder mit "Wir sind ja hier nicht auf einem Basar" kommentiert.


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