WAAG fordert: BfS-Präsident soll Rede und Antwort stehen




Kreis Wolfenbüttel. Der Präsident des BfS, Herr König, sagte am 17. Dezember 2014 vor dem Umweltausschuss des Bundestages: „Die Asse ist ein Modellprojekt, das internationale Beachtung findet“ und „Die Asse sollte nicht nur als Last, sondern auch als Chance für die Region gesehen werden“. Die Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe (WAAG) hat jetzt beim Präsidenten des BfS, der gleichzeitig oberster Chef des Betreibers der Schachtanlage Asse II ist, schriftlich angefragt, was er damit meine. Für die Bewohner der Region ist die Schachtanlage Asse II ein Notfall- und kein Modellprojekt, eine Belastung und keine Chance, meint die WAAG.

Außerdem beanstandet die WAAG in ihrem Schreiben, dass König vor dem Umweltausschuss mit keinem Wort den chemotoxischen Müll erwähnt, immerhin mindestens 497 kg Arsen und 28 kg Plutonim. Das radioaktive Inventar bewertet er nach Gutdünken. Transporte seien zu risikoreich, aber ein Zwischenlager in der Nähe von Wohnbebauung offensichtlich nicht.

Vor allem aber kritisiert die WAAG, dass König die Rückholung nicht zu „seinem Projekt“ gemacht hat. So nimmt er seit mindestens zwei Jahren nicht mehr an den Sitzungen der Begleitgruppe teil, selbst dann nicht, als er wegen der Auseinandersetzung um die Dränage ausdrücklich dazu eingeladen wurde. Auch an öffentlichen Veranstaltungen nimmt er nicht teil.

Die WAAG hat ihn deshalb jetzt aufgefordert, zu einer öffentlichen Veranstaltung einzuladen, an der er als Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz und damit als oberster Chef des Betreibers der Schachtanlage Asse II endlich wieder einmal teilnimmt, um Rede und Antwort zu stehen und den Menschen hier vor Ort das Gefühl zurückzugeben, dass die Rückholung von ihm ernsthaft gewollt ist und zielstrebig verfolgt wird.

Den Brief an den Präsidenten des BfS veröffentlichen wir im Original hier.

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