Wenn Schulen schrumpfen

von Jan Borner


Die Neuzugänge für die Leibniz-Realschule haben sich für das kommende Schuljahr deutlich verringert. Foto/Symbolbild: Anke Donner
Die Neuzugänge für die Leibniz-Realschule haben sich für das kommende Schuljahr deutlich verringert. Foto/Symbolbild: Anke Donner | Foto: Anke Donner)



Wolfenbüttel. Die Anmeldezahlen für die Wolfenbütteler Haupt- und RealSchulen sind in diesem Jahr deutlich zurückgegangen. So sind die Anmeldungen für den fünften Jahrgang an der Leibniz-Realschule von 70 im Vorjahr auf 45 zurückgegangen. An der Erich Kästner-Hauptschule hat es lediglich 17 Anmeldungen gegeben (RegionalWolfenbüttel.de berichtete). RegionalWolfenbüttel.de fragte die Schulleiter, was der Schülerrückgang für ihre Schulen bedeutet.

Die Leibniz-Realschule


In den vergangenen Jahren war die Leibniz-Realschule dreizügig, was bedeutet, dass sich jeder Jahrgang aus drei Schulklassen zusammensetzte. Mit der geringen Anmeldezahl in diesem Jahr kann der kommende fünfte Jahrgang allerdings nur noch mit zwei Parallelklassen geführt werden. Schulrektor Bernhard Schrodi stellte allerdings klar, dass eine Zwei- oder Dreizügigkeit für den Erhalt der Schule absolut ausreiche. Es gelte im Allgemeinen außerdem zu beachten, dass zu den regulären Anmeldungen für den fünften Jahrgang auch oft noch Schüler hinzukommen, die ein Schuljahr wiederholen. Dennoch reiche das im kommenden Jahr nicht aus, um eine Dreizügigkeit zu erreichen. Gefährlich für die Schule werde es allerdings erst, wenn die Zahlen so zurückgehen sollten, dass nur noch eine Klasse pro Jahrgang übrig bleibt. Dann sei es für den Schulträger schwer, die Schule zu halten.

Bernhard Schrodi betonte außerdem, dass der starke Rückgang der Schüleranmeldung nichts mit der Qualität der Leibniz-Schule zu tun habe. Es bestehe schlichtweg eine sehr große Konkurrenz im direkten Umfeld durch die integrierten Gesamtschulen und die Gymnasien. "Das macht mich schon ein bisschen traurig, weil ich überzeugt bin, dass die Schulform Realschule für viele genau das Richtige ist", sagte Bernhard Schrodi. Wie sich die Zahlen in Zukunft weiter entwickeln, sei auch für ihn schwer einzuschätzen.

Die Erich Kästner-Hauptschule


Die lediglich 17 Anmeldungen für die Erich Kästner-Hauptschule reichen eigentlich nicht für eine Zweizügigkeit des fünften Jahrgangs aus. Wie Norbert Fricke, Schulamtsleiter des Landkreis Wolfenbüttel in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses erklärte, soll es zusätzlich zu den 17 Schülern allerdings noch eine "Wiederholer-Klasse" geben, sodass auch hier die Zweizügigkeit gegeben ist.  Schulleiter Stefan Wüsnsch bestätigte, dass zu den 17 Anmeldungen noch zwölf weitere Schüler hinzukommen werden. Diese seien allerdings nicht nur Wiederholer der Erich Kästner-Hauptschule, sondern auch neuangekommene Flüchtlingskinder und Neuzugänge von der Realschule. Die Erfahrung zeige außerdem, dass auch während des Schuljahres noch manche Wiederholer hinzukommen könnten.


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