Wolfsburg. Das Motto des Abends "Wissen schafft Innovation" war beim AGV-ArbeitgeberDialog im phaeno in Wolfsburg absolut wörtlich zu nehmen. Frank M. Salzgeber leitet den Technology Transfer und das Innovationsmanagement der Europäischen Raumfahrt Agentur ESA und berichtete in seiner Keynote vor über 400 Gästen vom Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Dies berichtet der Arbeitgeberverband Region Braunschweig in einer Pressemitteilung.
Die Idee des Abends: Wir leben und arbeiten in der forschungsintensivsten Region ganz Europas. Ziel müsse es deswegen sein, dass die Region auch Europameister beim Wissenschaftstransfer in Unternehmen und der wissensgetriebenen Innovationskraft der Wirtschaft werde. Viele Best Practice Beispiele für den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft hätten in den letzten Jahren realisiert werden können, doch es scheine noch mehr zu gehen. Der Abend habe einen Anstoß geben sollen, wie der Sprung zum Europameister gelinge.
Bevor es an diesen Austausch ging, habe im phaeno Wissenschaftstheater die AGV-Mitgliederversammlung stattgefunden. Die Teilnehmer hätten dort Lanico-Geschäftsführer Wolfgang Niemsch, für weitere zwei Jahre zum Vorstandsvorsitzenden gewählt. Daneben habe AGV-Hauptgeschäftsführer Florian Bernschneider von der weiterhin steigende Mitgliederzahl berichtet und stellte auch neue Videoprojekte zur Sichtbarmachung von attraktiven Arbeitgebern der Region (die schönsten Betriebsrestaurants der Region, Momentaufnahme Mittelstand) vor. Daneben habe Bernschneider die umfassende Beratungsleistung der Rechtsabteilung und des HR-Bereichs thematisiert.
Von der Wissenschaft zur Wirtschaft
Mitten in der Experimentierlandschaft des phaneo habe die Eröffnung von Davy Champion gewartet. Der phaeno-Mitarbeiter habe mit Experimenten mit flüssigem Stickstoff und gefrorenem Kohlendioxid verblüfft. Im Anschluss begrüßte Rundblick-Chefredakteur Martin Brüning die zahlreichen Gäste mit einer Ted-Frage. Wer wohl weltweit die meisten Patente anmelde? Das sollte das Publikum mit kleinen Abstimmungsgeräten benennen. Die Pole-Position gehe dabei eigentlich an die USA und nicht wie vom Publikum vermutet nach Deutschland. Zu ihm auf die Bühne hätten sich Wolfgang Niemsch und Stefan Gratzfeld, der Vorstandsvorsitzende der seit dem 1. September fusionierten Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg, auf die phaeno-Bühne gesellt. Die Sparkasse unterstütze gemeinsam mit der Vespermann Real Estate Group das Event. Harald Vespermann, Geschäftsführer der Vespermann Real Estate Group, hatte kurzfristig einen wichtigen Kommunalen-Termin, so dass das Event auf "Wolfsburg's Mister Mittelstand" verzichten musste.
Frank Salzgeber hob in seiner Keynote vor allem darauf ab, dass es sicherlich viele positive Beispiele für den Austausch von Wissenschaft und Wirtschaft gäbe, aber weiterhin nicht genug. Die Gründe dafür seien vielfältig, oftmals würden Wirtschaft und Wissenschaft nicht die gleiche Sprache sprechen. Bürokratie, Zeitdruck und unterschiedliche Erwartungshaltungen würden ihr Übriges tun. Man müsse darüber aber nicht jammern, sondern vielmehr dazu übergehen mehr zu gestalten. "Es braucht nur zwei bis drei Personen, die sich zuerst in die Schlange stellen, die den Austausch fördern und Strahlkraft entwickeln, dann folgen auch weitere Macher", war er sich sicher. Dafür brauche es in erster Linie Mut, die Bereitschaft sich zu trauen auf die andere Seite zuzugehen. Eine weitere Ted-Frage habe die Problematik unterstrichen. Über 40 Prozent hätten angegeben noch nie oder in weit vergangenen Zeiten einmal Kontakt zur Wissenschaft gehabt zu haben. Vize-TU Präsident Prof. Dr. Ulrich Reimers, habe in der abschließenden Panel-Diskussion darauf hingewiesen, dass man sich die fehlenden Unternehmer möglichst schnell ins Boot holen wolle. Der neu ins Leben gerufene Transfer-Hub 38 ziele genau darauf ab.
Der Rechnungshof soll nicht als Vorwand dienen
Die Niedersächsische Staatssekretärin für Wissenschaft und Kultur, Dr. Sabine Johannsen war ein weiterer VIP-Gast in der Diskussion. Angesprochen auf die Problematik, die es immer wieder mit dem Rechnungshof gäbe, wenn es um den Austausch von Wissenschaft und Wirtschaft ginge, entgegnete Sie, dass man damit am Ende schon fertig werde, wenn der Wille zum Austausch da sei.
AGV-Hauptgeschäftsführer Florian Bernschneider habe im Anschluss von einem kleinen Samenkorn gesprochen, das man an dem Abend gesetzt habe. "Wir wollen jetzt dafür sorgen, dass wir aus dem Kontakt von heute Abend weitere Kooperationen knüpfen können, dass irgendwann weitere Innovations-Pflanzen wachsen." Die zahlreichen Gäste nutzten im Anschluss an den thematischen Input die Chance einmal ungestört im phaeno die Exponate zu bespielen. Der Lindenhof hatte zu diesem Zeitpunkt schon das reichhaltige Buffet unter die Leute gebracht und der Abend klang beim Networking aus.

