Wolfsburg. Beamte der Wolfsburger Fahrradkontrollgruppe führten zum Thema "Mikromobilität" vergangene Woche an vier Tagen Kontrollen durch. Schwerpunkt in diesem Jahr war wieder die Fußgängerzone in der Porschestraße und die ordnungsgemäße Benutzung von Radwegen im Stadtgebiet. Insgesamt wurden 106 Verkehrsordnungswidrigkeiten (VOWi) geahndet, fünf Straftaten aufgenommen und drei Haftbefehle vollstreckt, wie die Polizei Wolfsburg berichtet.
Allein in der Fußgängerzone hätten die Polizeibeamten 40 Verkehrsordnungswidrigkeiten registriert, vorwiegend wegen des unzulässigen Befahrens mit Fahrrädern und E-Scootern. Bei den 28 geahndeten Verstößen auf den Radwegen stand die Nutzung in falscher Fahrtrichtung im Vordergrund. Darüber hinaus wurden neun Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen Fahrzeugführer eingeleitet, die während der Fahrt mit dem Auto, E-Scooter oder Fahrrad verbotswidrig ihr Mobiltelefon nutzten.
Zu den weiteren geahndeten Verstößen gehörten technische Mängel an Beleuchtung und Bremsen, die verbotswidrige Nutzung von E-Scootern durch zwei Personen sowie fehlende Versicherungsnachweise für E-Scooter.
41-Jähriger fährt direkt ein
Im Verlauf der Kontrollwoche versuchten sich auch zwei Zweiradfahrer den polizeilichen Kontrollen zu entziehen. Der erste Vorfall ereignete sich am Mittwoch, 17. Juni. In Höhe einer Drogerie missachtete ein 41 Jahre alter E-Scooter-Fahrer die Anhaltezeichen der Beamten und fuhr in Richtung Rathausplatz davon. Die Beamten folgten ihm auf ihren Dienstfahrrädern und konnten den 41-Jährigen in Höhe eines Bauzaunes am Haupteingang des Rathauses stoppen. Bei der Kontrolle leistete der Mann erheblichen Widerstand, wobei ein Polizeibeamter verletzt wurde und in der Folge dienstunfähig war. Der E-Scooter-Fahrer wurde mit einem angeforderten Streifenwagen zur Polizeiwache gefahren. Dort stellte sich bei einer Überprüfung heraus, dass gegen den Mann drei offene Haftbefehle vorlagen. Im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen wurde er daraufhin in eine Justizvollzugsanstalt gefahren.
Auch am darauffolgenden Donnerstagvormittag hätte ein Fahrradfahrer versucht, sich einer Kontrolle der Polizei zu entziehen. Der 22-jährige Fahrer ergriff in Höhe einer Drogerie in der Fußgängerzone die Flucht und fuhr über die Pestalozziallee bis zum VW Bad. Im angrenzenden Wald verfuhr er sich und kam vor einem Gebüsch zum Stehen. Dort konnte er von den ihm nachfolgenden Beamten angetroffen und von einer Streifenbesatzung widerstandslos zur Polizeidienststelle gefahren werden. Es lagen keine konkreten Straftaten oder Haftbefehle gegen den 22-Jährigen vor. Sein Fahrrad stellten die Beamten wegen unklarer Eigentumsverhältnisse jedoch sicher. Der Fahrer wurde nach Abschluss der Maßnahmen entlassen.

