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Umstrittene Hakenkreuz-Haube wird im Kunstmuseum ausgestellt



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Umstrittene Hakenkreuz-Haube wird im Kunstmuseum ausgestellt

von Magdalena Sydow


Die Käfer Haube des Künstlers Wolfgang Flatz hat in der Vergangenheit für Furore gesorgt. Foto/Video: Magdalena Sydow Foto: Magdalena Sydow

Wolfsburg. Im Rahmen einer Wanderausstellung zeigt die IG Metall aktuell Autohauben, die von Künstlern vor dem Hintergrund der Deutschen Teilung interpretiert und gestaltet wurden. Die Käferhaube des Künstlers Wolfgang Flatz wurde aus dieser Ausstellung entfernt. Sie zeigt ein Hakenkreuz. Nun ist diese Haube im Kunstmuseum in Wolfsburg ausgestellt.



"Wir haben uns ganz bewusst für den Platz im Foyer entschieden", sagt Dr. Ralf Beil, Direktor des Kunstmuseums. Hier soll die Haube noch bis zum 7. März für alle Interessierten zu sehen sein.

Die Wanderausstellung "Deutschland unter die Haube" gastiert derzeit im Gewerkschaftshaus der IG Metall Wolfsburg. Die umstrittene Haube des Österreichers Wolfgang Flatz wurde von dort entfernt. Der Künstler äußerte sich daraufhin entrüstet und sprach von Zensur. Die IG Metall begründete ihre Entscheidung damit, dass ohne eine schriftliche Erklärung, das Werk missinterpretiert werden könne.


Kunst als positive Antwort auf Tabuthemen


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Dr. Ralf Beil präsentierte die Haube im Foyer des Wolfsburger Kunstmuseums. Foto: Magdalena Sydow





Das Kunstmuseum in Wolfsburg hat sich nun der Haube angenommen. Sowohl Hartwig Erb der Geschäftsführer IG Metall Wolfsburg, also auch Kurt W. Hamann, Fotograf und Ausstellungskurator von „Deutschland unter die Haube“, waren bei der Präsentation am heutigen Mittwoch anwesend. "Es darf kein Tabu sein über Adolf Hitler zu sprechen. Auch die besondere Verbindung zu Wolfsburg soll nicht verschwiegen werden. Durch Kunst haben wir die Möglichkeit Tabus zu brechen und uns mit ihnen auseinander zu setzten", sagt Beil. Erb äußert sich ebenfalls erfreut: "Es ist gut, dass die Haube nun hier ausgestellt wird und mit Text versehen ist. Nichts anderes haben wir uns gewünscht". Er entschuldigt sich bei Hamann für die "unglückliche" Organisation. Dieser nimmt anschließend die Entschuldigung an. "Es ist wichtig die Diskussion in Gang zu halten. Vor allem vor dem Hintergrund der diesjährigen Wahlen und in Zeiten von Parteien wie der AfD, der NPD oder Politikern wie Trump", betont Hamann.

Sowohl die Wanderausstellung im Gewerkschaftshaus, als auch die Haube im Foyer des Kunstmuseums sind noch bis zum 7. März für Besucher zugänglich.


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