Volkswagen eröffnet neues Windkanal-Effizienz-Zentrum


Volkswagen eröffnete heute mit Vorstand, Betriebsrat, Projektteam und Bauverantwortlichen das neue Windkanal-Effizienz-Zentrum in Wolfsburg. Foto: Volkswagen
Volkswagen eröffnete heute mit Vorstand, Betriebsrat, Projektteam und Bauverantwortlichen das neue Windkanal-Effizienz-Zentrum in Wolfsburg. Foto: Volkswagen

Wolfsburg. Im Zuge der bisher größten Modell- und Technologieoffensive der Marke hat Volkswagen am gestrigen Montag am Standort Wolfsburg ein neues WindkanalEffizienz-Zentrum (WEZ) eröffnet. Das Zentrum soll nach Unternehmensangaben zu den modernsten und effizientesten in der Branche zählen.


Das WEZ sei mit einer Grundfläche von 8.800 Quadratmetern für Messungen nach WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicle Test Procedures) zertifiziert. Fahrzeuge können bei Windgeschwindigkeiten bis zu 250 km/h wie im realen Straßenbetrieb getestet werden, um Luftwiderstände und somit Kraftstoffverbräuche und Emissionen zu senken. Außerdem seienFahrsimulationen für alle weltweit gängigen Klima- und Umweltbedingungen zwischen minus 30 und plus 60 Grad Celsius möglich, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt gab.

Dr. Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen, betont: „Bis 2020 werden wir unser gesamtes Produktportfolio erneuern und in wesentlichen Segmenten ausbauen. Insgesamt arbeiten unsere Entwicklungsteams derzeit an mehr als 50 Fahrzeugprojekten.“ Das Windkanal-Effizienz-Zentrum biete optimale Bedingungen, um unter anderem die Verbrauchswerte der wachsenden Modellpalette weiter zu verbessern.

Beitrag zur Sicherung von Arbeitsplätzen


Betriebsratsmitglied Gerardo Scarpino sagt: „Die Technische Entwicklung in Wolfsburg ist das Herz von Volkswagen. Hier arbeiten mehr als 10.000Kolleginnen und Kollegen an der Technik der Zukunft. Mit dem neuen Windkanal-Effizienz-Zentrum machen wir sehr viele Arbeitsplätze in Wolfsburg zukunftssicher. Um die neue Technik effizient einzusetzen, braucht es hochqualifizierte, erfahrene Beschäftigte. Genau diese Kolleginnen und Kollegen haben wir hier bei Volkswagen."

[image=5e176fee785549ede64dd429]Zur Aerodynamik hebt Entwicklungsvorstand Dr. Frank Welsch hervor: „Sie ist entscheidender Stellhebel für mehr Effizienz und weniger Emissionen. Dank des neuen Zentrums sind wir auch auf weiteren Entwicklungsfeldern wie Aeroakustik und elektrische Reichweite für die Zukunft hervorragend aufgestellt."

Im Windkanal für Aerodynamik und -akustik sorge vor allem die sogenannte Laufbandwaage dafür, dass der reale Fahrbetrieb simuliert werden kann, heißt es weiter in der Pressemitteilung des Unternehmens. Dabei stehe jedes Rad auf einem eigenen Laufband. Somit seien Drehbewegungen der Räder analog einer Straßenfahrt möglich. Die Waage mit eingebautem Kamerasystem richtejedes Modell in weniger als fünf Minuten vollautomatisch für den Test ein. Bisher waren dafür etwa 30 Minuten nötig. Und: Die akustische Dämmung des Kanals macht ihn zu einem der leisesten Automobil-Windkanäle weltweit. Bei 160 km/h Windgeschwindigkeit erreicht er lediglich einen Schalldruckpegel von 65 Dezibel, vergleichbar mit TV in Zimmerlautstärke oder normalem Gespräch.

Testen unter Realbedingungen


Der Thermofunktionskanal, der neben Sonne und Regen nach einer Pilotphase auch Schnee erzeugen wird, lässt gegenüber dem bisherigen Windkanal deutlich mehr Erprobungen unter realen Bedingungen zu. Kernstück ist ein hochmoderner Allrad-Rollenprüfstand, der ebenfalls alle Anforderungen an Straßentests berücksichtigt. Mit dem neuen WEZ reduziere die Marke Volkswagen den Aufwand für Tests in entfernten Gebieten erheblich. Spürbar verkürzen sich zudem die Wege in der Zusammenarbeit zwischen Entwicklungsbereichen wie Fahrzeugsicherheit, Design, Akustik und Komfort, so auch durch einen zentralen Werkstattbereich. Der Grundstein für das WEZ war im Juni 2014 gelegt worden. Windkanäle sind für Zulassungen und vielfältige Detailverbesserungen am Fahrzeug nach wie vor unentbehrlich. So kann ein Luftwiderstandswert in etwa 20 Minuten bestimmt werden, eine Computer-Berechnung würde Tage dauern.


mehr News aus Wolfsburg


Themen zu diesem Artikel


VW Wetter