Zu wenig Nachwuchs - Diese Feuerwehr kämpft um ihre Existenz

Im Rahmen einer öffentlichen Mitgliederversammlung wurde gemeinsam mit Verwaltung und Bewohnern diskutiert.

Von links: Samtgemeindebürgermeister Frederik Brandt, Gemeindebrandmeister Christian Harbich, das Ortskommando mit Stephan Grenz, Frank Rufer, Patrick und Bärbel Sedlak.
Von links: Samtgemeindebürgermeister Frederik Brandt, Gemeindebrandmeister Christian Harbich, das Ortskommando mit Stephan Grenz, Frank Rufer, Patrick und Bärbel Sedlak. Foto: Presseteam der Feuerwehren Baddeckenstedt

Baddeckenstedt. Binder ist mit rund 200 Einwohnern die kleinste Gemeinde in der Samtgemeinde Baddeckenstedt. Dennoch unterhält man seit 120 Jahren eine eigene Freiwillige Feuerwehr. Doch deren Fortbestand ist nun gefährdet. Die Feuerwehr hatte Anfang November die Bürger des Ortes auf das Problem aufmerksam gemacht und zu einer „öffentlichen“ Mitgliederversammlung im Dorfgemeinschaftshaus Binder eingeladen. Diese fand am Mittwoch vor einer Woche statt. Das Presseteam der Feuerwehren Baddeckenstedt berichtet hierzu am heutigen Mittwoch in einer Pressemitteilung.



Klare Worte habe man im Rahmen der öffentlichen Mitgliederversammlung zusammen mit der interessierten Bevölkerung aus Binder, den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Binder, dem Gemeindebrandmeister sowie dem Gemeinde- und Samtgemeindebürgermeister gefunden. Die derzeitige Lage der Freiwilligen Feuerwehr in Binder sei sehr ernst. Nach einer kurzen, aber eindeutigen Erläuterung durch den Ortsbrandmeister Frank Rufer und den Gemeindebrandmeister Christian Harbich sei es schnell zur einer lebhaften Diskussion gekommen.

Bestehende Motivationsprobleme


Wie ist der aktuelle Stand, welche möglichen Szenarien sind für die nahe Zukunft denkbar oder sogar unumgänglich, wie wirkt sich das auf die Mannschaften und die Ausstattung gerade im Hinblick auf die Nachbarwehren aus? Welche gesetzlichen Regelungen sind jetzt und für die Zukunft zu beachten und umzusetzen? Viele Fragen, die sich der Orts- und Gemeindebrandmeister in der Versammlung stellten. Ganz intensiv und eigenkritisch wurden genauso die feuerwehrinternen Probleme wie die Attraktivität von Diensten und bestehende Motivationsprobleme innerhalb der Mannschaft besprochen.

Aber es sei auch die geringe Anzahl von aktiven Mitgliedern, die sich bei entsprechenden Ausbildungsdiensten, Einsätzen und anderen Feuerwehrveranstaltungen schmerzhaft bemerkbar mache, ebenso wie offene Führungskräftepositionen, die in naher Zukunft auch nicht wiederbesetzt werden könnten. "Und natürlich könnte neuer und motivierter Nachwuchs helfen, um frischen Wind in die Mannschaft zu blasen, doch woher könnte dieser Nachwuchs kommen und wie kann man ihn gewinnen?", so die entscheidende Frage.

Tradition nicht leichtfertig aufgeben


Eines stehe allerdings fest: Die Sprecher aus den Reihen der Dorfgemeinschaft, der Gemeindebürgermeister Marc Werner, der Samtgemeindebürgermeister Frederik Brandt und auch die Feuerwehrleute möchten nichts unversucht lassen. Sie alle möchten 120 Jahre einer eigenständigen Ortsfeuerwehr in Binder nicht einfach und leichtfertig aufgeben. Dafür sei ihnen ihre „eigene“ Ortsfeuerwehr viel zu wichtig. So gab es diesbezüglich doch eine eindeutige, gemeinsame Meinung.

Als Anregung und letzte Kraftanstrengung ging aus der Versammlung hervor: Eine Arbeitsgruppe aus Einwohnern und der Feuerwehr soll die Thematik noch einmal genau beleuchten. Bis zum Jahresanfang wird noch einmal genau hingeschaut und nach möglichen Perspektiven gesucht.


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