Braunschweig

Zweckverband startet EU-weite Ausschreibung



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19.11.2013




Braunschweig. Der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) hat die EU-weite Ausschreibung des Betriebes des Elektro-Netz Niedersachsen-Ost (ENNO) veranlasst. Damit geht das letzte Eisenbahnnetz der Region in den Wettbewerb. Es bedient zwei der wichtigsten Strecken im Gebiet des ZGB, betont Verbandsdirektor Hennig Brandes. Esverbindet mit den beiden Linien Hildesheim-Braunschweig- Wolfsburg und Wolfsburg-Hannover vier Oberzentren.

Bis zum 10. März 2014 haben Eisenbahn-Unternehmen Zeit, sich zu bewerben. Eine Besonderheit dieser Ausschreibung: Der ZGB stellt 20 effiziente, hochmoderne Elektrotriebzüge von der eigens dafür gegründeten „Regionalbahnfahrzeuge Großraum Braunschweig“ (RGB) zur Verfügung. Diese wurden im Dezember 2012 bei der Firma Alstom bestellt und werden derzeit in Salzgitter gebaut. Die RGB ist eine hundertprozentige Tochter des ZGB. „Durch die Bereitstellung der Fahrzeuge erhöhen wir den Wettbewerb um dieses Netz, senken die Kosten und können dadurch bessere Leistungen für unsere Bahnkunden bestellen“, erläutert der Verbandsdirektor.

Die Fahrzeiten werden sich mit den neuen Zügen deutlich verkürzen, der Fahrplan wochentags auch zwischen Braunschweig und Hildesheim auf einen Stundentakt ausgeweitet und das Platzangebot zwischen Braunschweig und Wolfsburg verdoppelt. Heute fahren auf der stark nachgefragten Verbindung Braunschweig-Wolfsburg Dieseltriebzüge, die in Doppeltraktion (zwei zu einem Zug zusammengekoppelte Triebzüge) insgesamt 242 Sitzplätze (plus 180 Stehplätze) bieten. ENNO fährt ab Dezember 2015 zur Hauptverkehrszeit ebenfalls in Doppeltraktion, womit sich die Sitzplätze auf 480 verdoppeln (plus 420 Stehplätze). „Mehr Fahrten sind auf der teilweise nur eingleisigen Weddeler Schleife nicht möglich, wir verdoppeln aber die Kapazität und erreichen so eine erhebliche Verbesserung für die Pendler nach Wolfsburg“, macht Brandes deutlich. Hinzu kommt auf beiden Strecken je ein Frühzug mit Ankunft in Wolfsburg um 5.41 Uhr (aus Hannover) und 5.45 Uhr (aus Braunschweig/Hildesheim).

Ein weiteres Novum in der Vergabe: Die Wartung der Fahrzeuge übernimmt der Hersteller. Mit Alstom ist ein Vertrag über 20 Jahre abgeschlossen worden, bestätigt Brandes. „Wir glauben, dass niemand die Züge so gut kennt wie der Hersteller selbst und dass die Wartung reibungslos funktionieren wird.“ Zur Wartung baut die Firma Alstom den Standort Braunschweig zu einem Kompetenzzentrum für die Instandhaltung von Personentriebzügen und E-Loks aus, verlegt bis 2015 zusätzliche Gleise und ergänzt eine Waschanlage sowie eine hochmoderne Unterflurdrehbank. Außerdem wird der gesamte Gleisanschluss an den Braunschweiger Hauptbahnhof auf 1,5 Kilometer Länge elektrifiziert. Damit wird die heute schon bestehende Infrastruktur erweitert, die unter anderem eine Lackieranlage und Radlastwaage für über 100 Meter lange Züge besitzt, verdeutlicht Jörg Vogeley, Werksleiter Alstom Transport in Braunschweig. „Die Gesamtinvestitionen für den Standort belaufen sich auf eine Größenordnung im zweistelligen Millionenbereich. Dadurch werden auch neue Arbeitsplätze am Standort Braunschweig geschaffen.“


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