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Zwei von drei Sozialpädagogen an Gymnasien bereits abgeworben

von Jan Borner


Sowohl an der Großen Schule (Foto), als auch am Gymnasium im Schloss wurden die Sozialpädagogen bereits abgeworben. Symbolfoto: Max Förster
Sowohl an der Großen Schule (Foto), als auch am Gymnasium im Schloss wurden die Sozialpädagogen bereits abgeworben. Symbolfoto: Max Förster Foto: Max Förster

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16.03.2016


Wolfenbüttel. Während in den vergangenen Monaten Stadtrat und Kreistag darüber diskutierten, ob und wie die Schulsozialarbeit an den Wolfenbütteler Gymnasien fortgeführt werden kann, solange das Land Niedersachsen nicht die Kosten übernimmt, wurden nach Angaben der Schulleiter nun schon zwei der drei Sozialarbeiter abgeworben.

Für den dreijährigen Projektzeitraum vom 1. April 2013 bis zum 31. März 2016 hatte der Landkreis Wolfenbüttel für jedes der drei Wolfenbütteler Gymnasien eine halbe sozialpädagogische Stelle eingerichtet. Nach einer Evaluation der Schulsozialarbeit seitens der Kreisverwaltung hatte diese zunächst empfohlen, die sozialpädagogischen Stellen an den Gymnasien nicht weiterzuführen. Da Gymnasien bereits selbstständig viele pädagogische Maßnahmen anbieten würden und Gewalt und Aggressionen an Gymnasien seltener seien, sei die Weiterführung der sozialpädagogischen Stellen aus finanzieller Sicht nicht weiter tragbar, so die Kreisverwaltung. Der Kreistag hatte sich in seiner jüngsten Sitzung jedoch einstimmig dafür ausgesprochen, die Sozialarbeit an den Gymnasien weiterzuführen, wenn die Stadt Wolfenbüttel bereit ist, die Hälfte der Kosten zu übernehmen (regionalHeute.de berichtete).

Geteilte Kosten


Während der Landkreis gegen Ende 2015 eine Entscheidung über die Weiterführung der Sozialarbeit an den Gymnasien zunächst verschoben hatte, wurde im Rat der Stadt Wolfenbüttel bereits darüber diskutiert, ob die Stadt die sozialpädagogischen Stellen an den drei Schulen komplett übernehmen könne, solange das Land die Kosten nicht übernimmt. Der Rat der Stadt sprach sich im Dezember allerdings gegen eine alleinige Finanzierung der Stellen aus (regionalHeute.de berichtete). Stattdessen wurde die Stadtverwaltung damit beauftragt, mit dem Landkreis über eine Kostenteilung zu verhandeln. Dies ist nun geschehen und in der heutigen Ratssitzung wird der Stadtrat darüber abstimmen, ob die Stadtverwaltung die Hälfte der Kosten übernimmt, sodass die sozialpädagogischen Stellen zunächst sicher bis zum Ende des Jahres fortgeführt werden können. Eine weitere Finanzierung der Sozialarbeit über diesen Zeitraum hinaus, muss dann erneut in Abstimmung von Landkreis und Stadt Wolfenbüttel entschieden werden, wenn das Land die Kosten weiterhin nicht übernimmt.

Zwei der drei Sozialarbeiter bereits abgeworben


Zwischenzeitlich wurden allerdings bereits zwei der drei Sozialpädagogen an den Wolfenbütteler Gymnasien abgeworben. Jürgen Selke-Witzel von der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen fragte in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses die Schulleiter der Wolfenbütteler Gymnasien, ob die sozialpädagogischen Stellen zurzeit denn noch besetzt seien. Hartmut Frenk, Schulleiter der Großen Schule, erklärte: "Unsere Sozialarbeiterin wurde durch einen unbefristeten Vertrag abgeworben und hat die Schule verlassen". Noch habe es keine Ausschreibung für einen neuen Sozialpädagogen gegeben. Der Schulleiter gab zu bedenken, dass bei der aktuellen Nachfrage nach Sozialpädagogen, eine Vertragsbefristung der Stellen bis zum Ende des Jahres 2016 sehr kurz sei, was es sehr schwer mache, geeignete Leute zu finden. Wenn die Verträge für die sozialpädagogischen Stellen an den Gymnasien tatsächlich nur bis zum Ende des Jahres befristet werden, dann gebe es kaum eine Chance, Leute mit der richtigen Qualifikation zu finden, so der Schulleiter. Die Arbeitsverträge sollten deshalb schnell so gestaltet werden, dass die Wolfenbütteler Gymnasien eine Chance haben, betonte er.

Auch Ulrike Schade, Schulleiterin am Gymnasium im Schloss, sagte, dass der Schulsozialarbeiter mittlerweile eine andere Stelle angenommen habe und die Schule zum April verlassen werde. Es solle zwar bald eine neue Ausschreibung für die Stelle geben, aber auch Ulrike Schade betonte, dass es dafür attraktive Verträge brauche. Lediglich am Theodor-Heuss-Gymnasium bleibt die Schulsozialpädagogin. "Wir haben seit drei Jahren unsere Schulsozialpädagogin", so Rudolf Ordon, Schulleiter des Theodor-Heuss-Gymnasiums. Da sie hoffe, dass die Stelle weitergeführt wird, wolle sie auch weiterhin bleiben, erklärte der Schulleiter.

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