14 Dackelwelpen zusammengestopft: Tierschmuggler auf A2 gefasst

Der Zoll stoppt einen Autofahrer und findet 16 Tiere, die unter widrigsten Bedingungen transportiert wurden.

Die Welpen waren in einer Taubentransportbox untergebracht.
Die Welpen waren in einer Taubentransportbox untergebracht. | Foto: Hauptzollamt Braunschweig

Braunschweig. Eine verdachtsunabhängige Kontrolle der Kontrolleinheit Verkehrswege des Hauptzollamts Braunschweig führte am vergangenen Mittwoch zu einem bedeutenden Erfolg. Wie der Zoll jetzt in einer Pressemitteilung berichtet, hätten sich die Kontrollbeamten entschieden, einen älteren VW Sharan mit rumänischen Kennzeichen zu kontrollieren.



Routinemäßig wurde das Fahrzeug mittels Anhaltesignal von der BAB 2 auf den Autohof in Peine geleitet. Am Steuer befand sich ein ungarischer Staatsangehöriger, der angab, von Ungarn nach Dänemark unterwegs zu sein. Einen konkreten Reisegrund nannte er jedoch
nicht. Bei der anschließenden Fahrzeugkontrolle stellten die Beamten zunächst fest, dass sich im Kofferraum zwei Hundeboxen mit insgesamt zwei Dackeln sowie einem Jungtier befanden. Auf der Rückbank lagen zudem weitere Gepäckstücke.


Diese Box befand sich hinter dem Beifahrersitz.
Diese Box befand sich hinter dem Beifahrersitz. Foto: Hauptzollamt Braunschweig



Welpen in Taubentransportbox


Im weiteren Verlauf der Kontrolle entdeckten die Beamten unter dem Gepäck zwischen Rückbank und Beifahrersitz eine Taubentransportbox, in der sich weitere 13 Dackelwelpen befanden. Auf Nachfrage konnte der Fahrer keine Dokumente für die etwa sechs Wochen alten Tiere vorlegen. Keiner der Hunde erfüllte die gesetzlich vorgeschriebenen tierseuchenrechtlichen Bestimmungen. Sie waren weder mittels Transponder gekennzeichnet noch gültig gegen Tollwut geimpft und verfügten zudem über keine erforderlichen amtlichen Gesundheitsbescheinigungen.

Daraufhin wurde durch den Zoll das Veterinäramt des zuständigen Landkreises Peine hinzugezogen. Die zuständige Amtstierärztin fasste den Fund wie folgt zusammen: "Die Welpen waren in der Box unter widrigsten Bedingungen zusammengestopft. Unter den Gepäckstücken war die Luftzirkulation unzureichend. Als wir eintrafen, machten wir uns Sorgen um ihren Zustand. Die Tiere waren bereits deutlich geschwächt und waren dehydriert. Nach der Aufnahme im Tierheim, der Versorgung mit Wasser,
Futter und ersten Auslaufmöglichkeiten zeigten sie sich erfreulicherweise wieder
deutlich lebendiger."

Der Fahrer gab an, den Transport für Familienangehörige und Freunde durchzuführen. Aufgrund der Anzahl der Tiere ist jedoch von einem
gewerblichen Tiertransport auszugehen, für den ein entsprechender Befähigungsnachweis des Fahrers erforderlich gewesen wäre. Zudem benötigen gewerblich genutzte Fahrzeuge, in denen Tiere transportiert werden, eine spezielle Zulassung. Dazu zählen unter anderem geeignete Belüftungssysteme, die Möglichkeit zur Wasserversorgung sowie ausreichend große Transportboxen.

Die Hunde wurden unter widrigsten Bedingungen transportiert.
Die Hunde wurden unter widrigsten Bedingungen transportiert. Foto: Hauptzollamt Braunschweig



Einige Welpen wiesen eine seltene Scheckung auf. "Für diese besondere Fellfarbe, die durch einen Gendefekt bedingt ist, werden von den Händlern deutlich höhere Preise verlangt.", ergänzt die Amtstierärztin zum gewerblichen Charakter der Überbringungsfahrt. Bei der anschließenden Untersuchung der Tiere wurde festgestellt, dass die beiden ausgewachsenen Hündinnen hochtragend sind und in
den kommenden Tagen jeweils weiteren Nachwuchs erwarten. Somit können sie nicht die Muttertiere der aufgefundenen Welpen sein, entgegen den zunächst gemachten Angaben des Fahrers gegenüber den Zollbeamten.

Der Verbleib der Muttertiere der Welpen ist unklar. Auch dies stellt einen Verstoß gegen die Tierschutz-Hundeverordnung dar. Gemäß dieser Verordnung müssen Welpen bis zu einem Alter von mindestens acht Wochen beim Muttertier verbleiben. Den Fahrer erwartet nun ein Ordnungswidrigkeitenverfahren durch den Landkreis Peine wegen Verstößen gegen tierseuchen- und tierschutzrechtliche Bestimmungen.
Zudem hat er die Kosten für die Unterbringung der Tiere in Quarantäne zu tragen. Vor Ort musste er hierfür bereits eine Sicherheitsleistung in Höhe von 500 Euro erbringen.

Themen zu diesem Artikel


Hund Zoll Tiere