Wolfsburg. Ein Krankenhaus ist rund um die Uhr in Betrieb. Operationssäle, Intensivstationen, moderne Medizintechnik und die gesamte Gebäudetechnik benötigen täglich große Mengen Energie. Gleichzeitig wächst die Verantwortung, Ressourcen möglichst effizient einzusetzen und den CO₂-Ausstoß zu reduzieren. Das Klinikum Wolfsburg stellt sich dieser Herausforderung und geht den Weg zu mehr Nachhaltigkeit konsequent und mit messbarem Erfolg.
Dabei ist ein wichtiger Meilenstein erreicht: Das Klinikum Wolfsburg wurde für sein Energiemanagement erstmals erfolgreich nach der internationalen Norm DIN EN ISO 50001 zertifiziert. Die unabhängigen Auditoren bestätigten, dass im Klinikum ein wirksames Energiemanagementsystem etabliert wurde, mit dem Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung der energiebezogenen Leistung entwickelt, umgesetzt und dauerhaft weitergeführt werden.
Klimafreundlicher Strom vom Dach
Die Zertifizierung sei weit mehr als ein formaler Nachweis. Sie mache sichtbar, was im Klinikum seit Jahren Schritt für Schritt umgesetzt wird. So produziert beispielsweise eine neue Photovoltaikanlage auf dem Dach des Zentrums für Entwicklungsdiagnostik und Sozialpädiatrie (ZEUS) klimafreundlichen Strom. Gleichzeitig wurde die Beleuchtung in vielen Bereichen sukzessive auf energieeffiziente LED-Technik umgestellt. Hinzu kommen die kontinuierliche Optimierung der technischen Gebäudeausrüstung, ein intelligentes Energiemonitoring sowie zahlreiche weitere Maßnahmen. Zu diesen zählen unter anderem die Anpassung der Betriebszeiten der raumlufttechnischen Anlagen an die tatsächliche Nutzung sowie die Installation energieeffizienter Filter in diesen. Auf diese Weise wird der Energieverbrauch nachhaltig gesenkt: oftmals unbemerkt im Hintergrund, aber mit großer Wirkung.
Dass dieser Weg erfolgreich ist, zeigen auch die Zahlen: Bereits im vergangenen Jahr konnte das Klinikum seinen Energieverbrauch um rund 25.000 Kilowattstunden reduzieren. Das spart nicht nur Energie und Kosten, sondern leistet gleichzeitig einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz.
„Nachhaltigkeit bedeutet für uns, Verantwortung zu übernehmen – für unsere Umwelt und für die finanziellen Mittel, die uns anvertraut werden. Jeder Euro, den wir durch einen bewussteren Energieeinsatz sparen, steht am Ende der eigentlichen Patientenversorgung zur Verfügung. Die Zertifizierung bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Gleichzeitig ist sie Ansporn, unsere Maßnahmen konsequent weiterzuentwickeln und neue Potenziale zu erschließen“, sagt Klinikumsdirektor André Koch.
So gibt es weitere Ideen und Empfehlungen, die das Klinikum bereits prüft oder demnächst umsetzen möchte, berichtet Fabian Lange, zuständig für das Energiemanagement im Klinikum Wolfsburg: „Geplant ist der weitere Bau von Photovoltaikanlagen, um die ökologischen und ökonomischen Ziele unserer Energieeffizienzstrategie im Klinikum voranzutreiben. Wir setzen weiter den Fokus auf die schrittweise Umstellung zu energieeffizienter LED-Beleuchtung, und wollen in den kommenden Jahren die Dampfversorgung von fossiler Verbrennung auf elektrische Erzeugung umstellen. Dies trägt aktiv zu unserer Anlagenoptimierung bei und steht im Einklang mit unseren geplanten Energiezielen.“
Nach der erfolgreichen Erstzertifizierung nach DIN EN ISO 50001 wird das Energiemanagement des Klinikums jährlich sowohl intern als auch extern überprüft. Alle drei Jahre erfolgt eine umfassende Rezertifizierung, bei der die Wirksamkeit des gesamten Systems erneut bewertet wird.

