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17 Laptops und 15 Drucker für Schülerinnen und Schüler der Clemens-Schule

Der Nothilfefonds von DRK und Curt Mast Jägermeister-Stiftung unterstützt Familien beim Homeschooling, die sich das nötige Equipment nicht leisten können.

Schulleiterin Marie-Louise Siemann und Fabian Adam vom DRK (Bildmitte) verteilten die Geräte auf dem Schulhof der Clemens-Schule.
Schulleiterin Marie-Louise Siemann und Fabian Adam vom DRK (Bildmitte) verteilten die Geräte auf dem Schulhof der Clemens-Schule. Foto: DRK

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24.05.2020

Hornburg. Einen großen Schwung technischer Ausrüstung übergab jetzt der DRK-Kreisverband Wolfenbüttel an Schüler und Eltern der Clemens-Schule. In Kooperation mit der Curt Mast Jägermeister-Stiftung hatte das Rote Kreuz kürzlich einen Nothilfefonds aufgelegt und allen Schulen des Landkreises angeboten, Kinder aus bedürftigen Familien mit Computern und Druckern auszustatten (regionalHeute.de berichtete). Das Ziel: Alle Kinder sollen gleichwertig am sogenannten Homeschooling teilnehmen können. Das teilt das DRK in einer Pressemitteilung mit.


Gerade in Hornburg meldeten viele Familien Bedarf an. "Wir verteilen heute 17 Laptops und 15 Drucker", erzählte im Vorfeld Fabian Adam, der IT-Leiter des Kreisverbandes. Die Differenz erklärte sich durch zwei Familien mit je zwei Kindern: "Sie bekommen jeweils einen Laptop, müssen sich aber den Drucker teilen." Zu dem Komplettpaket gehörten zudem pro Laptop die Tasche, eine Maus, zwei komplette Sätze Druckerpatronen und ein Jahr Garantie, einzulösen in der DRK-IT-Abteilung. Das beeindruckte die Eltern ("das ist ja wie ein Lotto-Gewinn") und sorgte für spontanen Applaus auf dem Schulhof der Grundschule.

Einige Lehrer haben bereits Lernvideos produziert


Doch auch Schulleiterin Marie-Louise Siemann und ihre Stellvertreterin Gabi Rapmund-Hoffmann freuten sich. "Einige Kollegen haben coronabedingt erste Lernvideos produziert", sagte die Leiterin, "aber erst jetzt können alle Schüler darauf zurückgreifen." Schon länger gebe es an der Clemens-Schule eine PC-Arbeitsgemeinschaft, "aber die Hilfe von DRK und der Stiftung ist eine tolle, lobenswerte Unterstützung für Familien und unserer Schule."

Bereits Mitte März wurden die Schulen Niedersachsens coronabedingt geschlossen. Urplötzlich wurde das Lernen im häuslichen Umfeld aktuell – doch nur wenige Familien waren darauf vorbereitet. "Seit Anfang Mai soll die Niedersächsische Bildungscloud für diese Zwecke flächendeckend zur Verfügung stehen", berichtet Björn Försterling. Der Landtagsabgeordnete ist auch Präsidiumsmitglied im DRK-Kreisverband und hat sich stark eingebracht in die Verteilung der erforderlichen Ausrüstung. Denn er sagt: "Diese Art des Lernens im häuslichen Umfeld wird sich trotz der Wiederaufnahme von einigen Phasen des Präsenzunterrichts mindestens bis Ende des Schuljahres fortsetzen."

"Die soziale Benachteiligung abmildern"


Damit seien allerdings Kinder von der Beschulung ausgeschlossen, die aufgrund der finanziellen Situation ihrer Eltern keine erforderlichen Geräte haben. "Diese Kinder haben nicht die gleichen Bildungschancen wie Kinder, die vom Elternhaus her entsprechend ausgestattet sind." Insbesondere in Familien mit mehreren Kindern seien oft nicht genügend Geräte vorhanden, damit alle Kinder zeitgleich schulische Aufgaben erfüllen können. "Wir wollen als DRK diese soziale Benachteiligung abmildern und die Schülerinnen und Schüler mit entsprechenden Endgeräten, Druckern und Netzanbindung ausstatten", betonte Försterling. Wenn es darüber hinaus an notwendigen Rahmenbedingungen für die schulische Teilhabe mangele, werde das DRK auch dort individuell helfen. "Bildung ist der Schlüssel zum sozialen Aufstieg. Deswegen mildert unsere Aktion nicht nur soziale Benachteiligung und schafft eine Teilhabemöglichkeit, sondern bietet die Chance den Anschluss zu halten, obwohl fast ein komplettes Schulhalbjahr zu Hause gelernt werden muss."

Die ersten Rückmeldungen spiegeln einen hohen Bedarf an den 40 Schulen im Landkreis Wolfenbüttel bei den rund 13.000 Schülerinnen und Schülern wider. Kein Laptop, kein Drucker, kein Internetanschluss – das sind die häufigsten Rückmeldungen. "Der Bedarf ist vorhanden und nachvollziehbar", glaubt Försterling, "da die Transferleistungen solche Investitionen nicht abdecken."

"Keine Luxusausstattung, sondern Mindestbedarf"


Die Anforderung erfolgt über die Schulen, da die Schulen wissen, mit welchen digitalen Angeboten sie arbeiten möchten und welche Voraussetzungen die Geräte daher benötigen. "Es handelt sich also um ein abgestimmtes, bedarfsgerechtes Angebot", verdeutlicht der Rotkreuzler. Dieses Angebot umfasse überwiegend gebrauchte, aufbereitete digitale Endgeräte. "Es handelt sich also nicht um eine Luxusausstattung, sondern um den Mindestbedarf für schulische Teilhabe."


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