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2016 starben im Straßenverkehr 300 Prozent mehr als 2015



Goslar

2016 starben im Straßenverkehr 300 Prozent mehr als 2015


Durch Verkehrsunfälle entstand  ein volkswirtschaftlicher Schaden von über 56 Millionen Euro. Foto: Bernd Dukiewitz
Durch Verkehrsunfälle entstand ein volkswirtschaftlicher Schaden von über 56 Millionen Euro. Foto: Bernd Dukiewitz Foto: Bernd Dukiewitz

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Goslar. Auch wenn die Anzahl der Verkehrsunfälle mit schweren Folgen laut Verkehrsunfallstatistik 2016 um 1,6 Prozent sank, kamen im letzten Jahr 300 Prozent mehr Verkehrsteilnehmer ums Leben. Die Zahl der Schwerverletzten erhöhte sich ebenfalls.



Insgesamt wurden im letzten Jahr 4.034 Verkehrsunfälle im Landkreis gezählt. Dabei wirkt sich die gefahrene Geschwindigkeit häufig direkt auf die Schwere der Unfallfolgen aus. Aus diesem Grund wurde kontinuierlich Verkehrsüberwachungen an Unfallschwerpunkten durchgeführt.

Weniger schwere Motorradunfälle im Landkreis


Dies hat dann wohl auch dazu geführt, dass sich die Zahl der schweren Motorradunfälle reduziert hat. Dennoch werden die Maßnahmen zukünftigen fortgeführt.


Die Motorradunfallprävention hat aufgrund der nicht immer auf den ersten Blick erkennbaren Gefahren einen hohen Stellenwert. Die länderübergreifende Aktion "Sicher durch den Harz" ist seit Jahren fester Bestandteil der polizeilichen Präventionsarbeit. Der Schwerpunkt liegt bei der Koordination der im Harz durchgeführten Motorradkontrollen. Es ist Ziel, an jedem Wochenende eine Kontrolle im Harz durchzuführen und dabei über die harztypischen Gefahren aufzuklären. Die Kontrollen finden zu einem großen Teil mit Unterstützung des TÜV und der Johanniter Unfallhilfe statt.

Zahl der Baumunfälle gestiegen


Baumunfälle sind durch überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit in Niedersachsen die Hauptunfallart bei den Verkehrsunfällen mit schweren Folgen. Im Landkreis Goslar hatte die Zahl der Baumunfälle bislang eine untergeordnete Bedeutung. Im vergangenen Jahr ist deren Zahl gestiegen. Diese Entwicklung wird aufgrund der besonderen Gefährlichkeit von der Verkehrsunfallkommission analysiert. An auffälligen Unfallstellen wird durch die Errichtung von Schutzplanken, das Entfernen kranker Bäume und gezielte Geschwindigkeitsüberwachung einem weiteren Ansteigen entgegen gewirkt.

Polizei setzt weiter auf Schulunge, um Drogen- und Alkoholmissbrauch zu erkennen



Die Zahl der Alkoholunfälle war bis 2010 kontinuierlich gesunken. Seitdem stagniert sie bei 40 - 50 Alkoholunfällen pro Jahr. 2016 sank sie leicht gegenüber dem Vorjahres von 47 auf 44. Wie bereits im Vorjahr war kein Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang infolge Alkohol- oder Drogenkonsums zu beklagen. In drei Fällen war Alkohol die Ursache für Verkehrsunfällen mit Schwerverletzten.

Bei sieben Unfällen waren Drogen oder Medikamente im Spiel.

Die Polizei hat ihre Ausbildung in diesem Problembereich intensiviert. So gelingt es zunehmend häufiger, eine Beeinflussung zu erkennen. Das Dunkelfeld ist aber weiterhin sehr hoch.

Maßnahmen wirken, Zahl der Wildunfälle wieder gesunken


Im Jahr 2015 war die Zahl der Wildunfälle mit 711 Verkehsunfälle auf die höchste Zahl seit 10 Jahren gestiegen. Dies ist auch ein Indiz für eine starke Vermehrung des Wildes im Landkreis Goslar. Ohne die betriebenen Duftzäune und die Dreibeinaktion wäre die Zahl vermutlich noch deutlich höher ausgefallen. Die Jägerschaften und die Wildunfallkommission beschlossen, der Entwicklung durch intensive Bejagung und den vermehrten Einsatz von Wildreflektoren entgegen zu wirken.

Der Erfolg stellte sich 2016 ein: Die Zahl der Wildunfälle ist von 711 auf 618 gesunken. Im 10-Jahres-Vergleich ist dies aber immer noch die dritthöchste Zahl an Wildunfällen.


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