Region. Seit Jahren ist der Ausbau der A39 in unserer Region in Planung, doch eine Umsetzung erfolgte bislang nicht. Für Hoffnung sorgte Anfang Juli ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes, doch für einen Baubeginn fehlte die Finanzierung. Medien berichteten nun in der vergangenen Woche, dass womöglich schon im kommenden Monat Arbeiten beginnen könnten. regionalHeute.de hat bei der Autobahn GmbH nachgefragt.
Die A39 soll in Zukunft die Region mit Lüneburg verbinden. Eine Klage des BUND hatte jedoch für eine jahrelange Verzögerung gesorgt. Die Teilstrecke, um die sich die Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht drehte, hat lediglich eine Länge von 14,2 Kilometern und ist der südlichste Bauabschnitt einer im Endausbau 105 Kilometer langen Neubaustrecke. Im Zuge dieses sogenannten 7. Bauabschnitts ist auch eine Ortsumfahrung nördlich von Ehra geplant, doch südlich von Ehra und im Osten der Neubautrasse liegt das rund 273 Hektar große Naturschutzgebiet "Vogelmoor" – und eben dieses bildete die Grundlage für die BUND-Klage. Einer ersten Klage aus dem Jahr 2018 hatte das Bundesverwaltungsgericht zwar noch stattgegeben, doch das Land Niedersachsen legte 2024 einen Planfeststellungsänderungs- und -ergänzungsbeschluss vor. Gegen diesen klagte BUND erneut und eben diese Klage wurde nun vom Gericht abgewiesen.
Ende gut, alles gut?
Der Planfeststellungsbeschluss der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr für den Bauabschnitt zwischen Weyhausen und Ehra wurde damit rechtskräftig. Also Ende gut, alles gut für den A39-Ausbau? Nicht ganz, denn die Freude über das Urteil aus dem Juli wurde schnell getrübt: Fehlende finanzielle Mittel machten die Hoffnungen auf einen raschen Baubeginn schnell zunichte.
Baubeginn im Oktober?
Medienberichte deuteten in der vergangenen Woche dennoch einen überraschend schnellen Baubeginn an – wie es hieß, könnten womöglich schon im Oktober die Arbeiten starten. regionalHeute.de hat bei der zuständigen Autobahn GmbH des Bundes nachgefragt, was es damit auf sich hat. Wie diese auf die Anfrage der Redaktion jedoch mitteilt, könne man zu einem möglichen Baubeginn derzeit noch keine Aussage treffen. Richtig sei aber, dass einzelne projektbezogene Maßnahmen vorbereitet und umgesetzt werden. Hierbei handele es sich insbesondere um bauvorbereitende Maßnahmen sowie vorgezogene Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die für die Umsetzung des Gesamtprojekts erforderlich seien. Im konkreten Fall gehe es um eine Faunapassage, also eine sogenannte Grünbrücke, bei Ehra.
Ausgleichsmaßnahmen müssen frühzeitig erfolgen
Solche Maßnahmen müssten häufig deutlich vor dem eigentlichen Straßenbau realisiert werden. Das gelte beispielsweise für ökologische Ausgleichsmaßnahmen oder Bauwerke wie Grünbrücken, damit sich Lebensräume entwickeln können und Tiere die Querungsmöglichkeiten rechtzeitig annehmen. Die Finanzierung dieser vorbereitenden Maßnahmen erfolge aus den für Planung und Projektvorbereitung vorgesehenen Bundesmitteln und sei von der Finanzierung des eigentlichen Streckenbaus unabhängig.

