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Braunschweig: BSVG testet E-Gelenkbus



Braunschweig

Ab heute: BSVG testet E-Gelenkbus

Der Nachtlader wird auf verschiedenen Linien eingesetzt.

Der E-Gelenkbus wird getestet.
Der E-Gelenkbus wird getestet. Foto: Braunschweiger Verkehrs-GmbH

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Braunschweig. Die Chance für einen Testlauf: Die BSVG bekommt einen E-Gelenkbus der Firma MAN zur Verfügung gestellt. Der viertürige Nachtlader wird vom heutigen Samstag bis Donnerstag, 20. Januar, im regulären Linienverkehr auf den Linien 411, 419 und 429 eingesetzt. Dadurch kann das Unternehmen wichtige Erkenntnisse für den Serien-Einsatz von Elektrofahrzeugen sammeln. Das berichtet die Braunschweiger Verkehrs-GmbH in einer Pressemitteilung.



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Es sei üblich, dass die BSVG Testfahrzeuge von den Herstellern präsentiert bekommt – in der Regel aber nur für einen Tag und auf dem eigenen Betriebshof. „Das reicht für einen ersten Eindruck, der Alltagsbetrieb kann so aber nicht simuliert werden“, erklärt BSVG-Geschäftsführer Jörg Reincke. Umso mehr freut es ihn und seine Mitarbeitenden, dass sie diesmal das Testfahrzeug für einen längeren Zeitraum im Linienverkehr einsetzen können. „Wir werden dadurch wichtige Erfahrungen für die Elektrifizierung unserer Fahrzeugflotte gewinnen.“

Der Bus wird nachts aufgeladen



E-Busse sind für das Unternehmen derweil keine Neuheit. Bereits seit 2014 fahren unter dem Namen „emil“ bekannte Elektrobusse durch Braunschweig, bei denen es sich um Gelegenheitslader handelt – die Batterien werden über Induktionsplatten an bestimmten Haltestellen im laufenden Betrieb kabellos nachgeladen. Das Testfahrzeug, das kommende Woche über Braunschweigs Straßen rollen wird, ist hingegen ein Nacht- beziehungsweise Depotlader. Wie der Name schon verrät, wird der Bus jeweils nachts im Depot aufgeladen, verfügt aber über einen ausreichend großen Batteriespeicher, um den kompletten Tag über ohne weitere Energiezufuhr verkehren zu können. „Wir sind gespannt darauf, wie gut diese Lade-Technik den Praxis-Test in unserem Liniennetz besteht“, so Reincke.

Der Einsatzplan wurde daher bewusst so gestaltet, dass möglichst viele Einsatzstunden und -kilometer zustande kommen. Die Spitzenwerte sind für den Samstag vorgesehen, wenn der Bus fast 20 Stunden am Stück fahren und dabei 278 Kilometer im Stadtverkehr zurücklegen soll. So erhält die BSVG ein Bild davon, wie gut die Batterie (Kapazität: 640 Kilowattstunden) auch für die Spitzenbelastung im Alltagseinsatz geeignet ist. Da nur ein mobiles Ladegerät (Leistung: 50 kW) zur Verfügung steht, muss auch genauestens auf entsprechende Standzeiten von möglichst 8 Stunden geachtet werden – ebenso ein guter Test, wie Ladezyklen im regulären Dienst einzuplanen sind. „Diese Erfahrungen werden später bei der regulären Inbetriebnahme entsprechender Fahrzeuge von großem Nutzen sein“, ist Jörg Reincke überzeugt. Schließlich ist der Prozess zur Elektrifizierung der Flotte der BSVG längst angestoßen.

Der Einsatz des Nachtladers ist wie folgt geplant:
- Samstag: Linien 419 und 429 (Ringbus)
- Sonntag, Montag und Mittwoch: Linie 411 (Mascherode <> Lamme)
- Dienstag und Donnerstag: Linie 419 (Ringbus)

Fahrschein-Entwerter fehlt


Das Testfahrzeug wird mit einem Fahrscheindrucker bestückt, sodass Fahrgäste Tickets lösen können. Aus technischen Gründen können aber keine Kurzstreckentickets ausgestellt werden. Ein Fahrschein-Entwerter lässt sich im Rahmen des Tests nicht verbauen. Die BSVG bittet ihre Fahrgäste darum, Tickets aus dem Vorverkauf nach dem Umstieg im folgenden Fahrzeug zu entwerten.


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