whatshotTopStory

Alle Varianten zu teuer: Ortsumgehung Salder vor dem Aus

Einige Fraktionen fordern zunächst eine Bürgerinformationsveranstaltung, die von der Stadt zugesagt worden sei. Faktoren wie Lärm und Schadstoffe spielten bei der Prüfung offenbar keine Rolle.

von Alexander Dontscheff


Vermutlich war der jahrelange Kampf für eine Ortsumgehung umsonst. Archivbild
Vermutlich war der jahrelange Kampf für eine Ortsumgehung umsonst. Archivbild Foto: Alexander Panknin

Artikel teilen per:

18.09.2020

Salzgitter. Der jahrelange Kampf der Einwohner des Ortsteils Salder für eine Verkehrsentlastung durch eine Ortsumgehung war offenbar umsonst. Nach Auswertung der Machbarkeitsstudie legt die Verwaltung dem Rat der Stadt eine Beschlussvorlage vor, die vorsieht diesbezüglich keine weiteren Untersuchungen mehr durchzuführen. Alle geprüften Varianten seien nicht wirtschaftlich.



Stattdessen sollten die Planungen für eine Erneuerung der Museumstraße zwischen Mindener Straße und Gänsebleek wieder aufgenommen werden. Außerdem soll es verkehrslenkende Maßnahmen zur Verminderung der Attraktivität der Museumsstraße für durchfahrende Fahrzeuge am Knotenpunkt Museumstraße / Mindener Straße geben. Hierzu gehörten auch die Errichtung eines LkW-Leitsystems und die Anpassung der Ampel zur Verkehrslenkung.

Lärm und Schadstoffe spielten keine Rolle


Die Machbarkeitsuntersuchung war bereits im Juni 2016 vom Rat beschlossen worden. Drei Jahre später wurden dann sieben verschiedene Trassenvarianten für eine mögliche Ortsumgehung vorgestellt. Aus diesen wählten die Fraktionen des Ortsrates Nord drei Varianten aus, die einer vertiefenden Wirtschaftlichkeitsuntersuchung unterzogen wurden. Hier wurden den anfallenden Kosten Faktoren wie Reiseweiten, die Fahrzeiten und die Verkehrssicherheit gegenüber gestellt. Andere Aspekte wie Lärm, Schadstoffe und Trennwirkung wurden nicht berücksichtigt, da sie laut Verwaltung nur äußerst geringe Wirkungen hätten.

Alle drei Varianten - die Westumfahrung Salder, die Nord-Ost Teilumfahrung mit Nordumfahrung Gebhardshagen und die Ostumfahrung Salder - würden demnach kein positives Kosten-/Nutzenverhältnis aufweisen. Unter diesen Voraussetzungen ließe sich weder das erforderliche Baurecht für den Bau einer Ortsumgehung erlangen noch die Investition an sich rechtfertigen, so die Verwaltung.

"Bürgerinformationsveranstaltung in Salder muss stattfinden"


Ob der Rat tatsächlich am Mittwoch über diesen Antrag abstimmt, steht noch nicht fest. Sowohl die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen als auch die der M.B.S. beharren darauf, dass vor einer Entscheidung eine Bürgerinformationsveranstaltung in Salder stattfinden müsse. Dies sei seitens der Stadt zugesagt worden. Die Grünen fordern auch, dass Faktoren wie Lärmbelästigung, Abgasbelästigung, permanenter Verkehrsstau und die Sicherheit der Schulwege berücksichtigt werden müssten. Die SPD-Fraktion fordert in einem Antrag, dass bei allen Planungen die Bürgerinitiative proSal mit eingebunden werden solle. Ein Änderungsantrag der FDP sieht dagegen vor, die Überlegungen einer Ortsumgehung nicht endgültig zu beenden. Zudem fordert sie den garantierten Erhalt von Tempo 30 auf der Museumsstraße.


zur Startseite