Ameisenalarm: Invasive Art sorgt für Kurzschlüsse in Häusern

Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Art breitet sich auch zunehmend in Norddeutschland aus und sorgt sogar für Stromausfälle.

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Symbolbild. | Foto: Pixabay

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Region. Ameisen sind für das ökologische Gleichgewicht unverzichtbar. Die winzigen Insekten vernichten Schädlinge, lockern den Boden auf und verteilen Pflanzensamen. Doch in Deutschland breitet sich gerade eine Art aus, die sogar für Kurzschlüsse in Häusern sorgen kann.



In den Sommermonaten kann man, wenn man genau hinsieht, wieder überall die sogenannten Ameisenstraßen entdecken. Emsig bahnen sich die kleinen Tiere ihren Weg und tragen dabei oftmals das 50- bis 100-fache ihres eigenen Körpergewichts mit sich. So strukturiert wie Ameisen wirken, sind sie tatsächlich: In ihren perfekt organisierten Staaten, in denen bis zu mehrere Millionen Artgenossen leben, hat jedes Individuum eine fest zugeteilte Aufgabe. In den Gärten schützen sie die Pflanzen, indem sie täglich zehntausende Schädlinge fressen. Auf ihren Wegen schleppen sie auch immer wieder Samen mit sich herum und verlieren sie an einer anderen Stelle – so sorgen sie für die Verbreitung vieler Pflanzenarten.

Art aus dem Süden auf dem Vormarsch


Aus dem Mittelmeerraum breitet sich jedoch in der letzten Zeit zunehmend eine Ameisenart aus, die sogar Schäden an Häusern verursacht. Die Große Drüsenameise, wissenschaftlich Tapinoma magnum, kommt vor allem über Warenlieferungen in unsere Gefilde und wurde mittlerweile auch schon in Niedersachsen nachgewiesen. Wie das Umweltbundesamt schildert, erfolgt die Einschleppung überwiegend mit mediterranen Großgehölzen (zum Beispiel Oliven- und Feigenbäume, Palmen), die zunächst in Gärtnereien und Gartencenter geliefert werden. Von dort aus verteilen sich die Insekten bis in private Haushalte.

Tiere bilden Superkolonien


Die Große Drüsenameise hat im Gegensatz zu vielen anderen Ameisenarten in ihren Kolonien mehrere Königinnen. Sie legt unterirdisch ein weitverzweigtes System von Nestern in der Nähe von Mauern und Hausfundamenten sowie unter Pflaster und Gehwegplatten an. Die Nester stehen untereinander nicht in Konkurrenz und bilden somit eine Superkolonie. Große Drüsenameisen sind im Gegensatz zu heimischen Arten auch bei niedrigen Temperaturen aktiv und halten in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet keine Winterruhe. Wenn es ihnen bei uns zu kalt wird, suchen sie kurzerhand Schutz in Gebäuden – und genau da liegt das Problem.

Kurzschlüsse und beschädigte Bauteile


Tapinoma magnum kann beim Eindringen in Gebäude Schäden an Fassaden sowie der Elektrik, bis hin zum Kurzschluss, verursachen. Das ätzende Verteidigungssekret, das sie bei Bedrohung verströmen, kann Materialien beschädigen. Die Ameisen nutzen zudem Kabelkanäle und Hohlräume von Elektroinstallationen oft als Nistplätze und transportieren feinen Sand in die Verteilerkästen, wodurch die Technik verstopft und isolierende Bauteile beschädigt werden. Zudem können Bürgersteige und Gartenmauern untergraben und dadurch abgesenkt werden. Ihr massenhaftes Auftreten führt außerdem zu einer starken Belästigung in Gebäuden und Gärten.

Dort, wo sich die Große Drüsenameise angesiedelt hat, sind in der Regel keine anderen Ameisenarten zu finden. Negative Auswirkungen auf andere Tiere sind laut Naturschutzbund wahrscheinlich.

So erkennt man die Art


Die Art lässt sich nur schwer von heimischen Arten unterscheiden. Laut Umweltbundesamt sind typische Merkmale für einen Befall aber ein Sand- beziehungsweise Erdauswurf an Nesteingängen, breite, mehrspurige Ameisenstraßen sowie aggressives Verteidigungsverhalten der Arbeiterinnen bei einer Störung. Meist sind Arbeiterinnen unterschiedlicher Größen gleichzeitig zu beobachten – bei heimischen Arten sind alle Arbeiterinnen gleich groß. Die komplett schwarz gefärbten Ameisen strömen zudem einen typischen Geruch (zitronig, ranzig, nach Aceton) aus, wenn sie gereizt oder zerdrückt werden.

Das kann man bei einem Befall tun


Eine bereits etablierte Superkolonie vollständig zu tilgen, ist nahezu unmöglich. Besteht der Verdacht auf einen Befall, kann dieser aber bei frühem und konsequentem Handeln zumindest eingedämmt werden. Zunächst sollte der Befall dem örtlichen Ordnungsamt oder der Gemeinde gemeldet werden. Da sich die Nester oft über große Flächen verteilen, sollte außerdem ein professioneller Schädlingsbekämpfer eingeschaltet werden. Hausmittel wie ätherische Öle versagen bei dieser Ameisenart meist.

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