Braunschweig. Auf dem Schlossplatz haben sich am Samstagnachmittag zahlreiche Menschen zu einer Mahnwache versammelt, um auf schwere Fälle von Tierquälerei aufmerksam zu machen und ein Zeichen gegen Gewalt an Tieren zu setzen. Im Mittelpunkt stand der Fall Jette, der bundesweit für Entsetzen gesorgt hat.
Die Hündin war nach bisherigen Erkenntnissen mit Ibuprofen und Spülmaschinentabs vergiftet worden und wurde anschließend unter dem Gelächter ihrer Besitzerin erhängt. Der Fall verbreitete sich viral und löste eine breite Diskussion über den Umgang mit Tieren und die Konsequenzen bei Tierquälerei aus.
Große Verantwortung
Viele Teilnehmer brachten ihre eigenen Hunde mit auf den Schlossplatz. Die Tiere standen symbolisch für all jene, die auf Schutz und Aufmerksamkeit angewiesen sind. Die Anwesenheit der Hunde verlieh der Mahnwache eine besondere Atmosphäre und machte deutlich, wie eng die Bindung zwischen Mensch und Tier ist – und wie groß die Verantwortung, die damit einhergeht.
Weitere Fälle sorgen für Bestürzung
Die Tierhilfe Wolfsburg nutzte die Mahnwache, um auf weitere Fälle hinzuweisen, die in der Region und darüber hinaus für Bestürzung gesorgt haben. Dazu gehört ein Katzenbaby, das in einen Graben geworfen wurde und bereits von Fliegen befallen war, als Helfer es fanden. Ebenso berichtete die Initiative von einer Ridgeback‑Familie, die aus einer stark verwahrlosten Wohnung gerettet wurde. Sechs von elf Welpen waren dort bereits verhungert, zwischen toten Tauben und Müll.
„Wir möchten den Menschen Mut machen und zum Mitmachen aufrufen. Jeder kann einem Tier das Leben retten, wenn er das denn möchte“, sagte Jenny Bastian, 1. Vorsitzende der Tierhilfe Wolfsburg. Sie betonte, dass viele Fälle nur durch Hinweise aus der Bevölkerung entdeckt werden und engagierte Bürger eine entscheidende Rolle spielen.
Einsatz für konsequentere Bestrafung
Mit der Mahnwache auf dem Schlossplatz wollten die Teilnehmer nicht nur an Jette erinnern, sondern auch ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Tierleid kein Einzelfall ist. Leere Näpfe, Plakate und Fotos sollten den Opfern eine Stimme geben und zeigen, dass Tierquälerei weiterhin ein ernstes gesellschaftliches Problem darstellt. Die Tierhilfe Wolfsburg kündigte an, auch künftig öffentlich auf Missstände aufmerksam zu machen und sich für strengere Kontrollen sowie konsequentere Strafen einzusetzen.


