Region. In Niedersachsen waren im Jahr 2025 rund 1,3 Millionen Menschen von relativer Einkommensarmut betroffen. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) mitteilt, lag die Armutsgefährdungsquote bei 16,8%. Damit hat sich das Ausmaß der Armutsgefährdung seit 2020 kaum verändert: Die Quote bewegte sich in diesem Zeitraum weitgehend stabil zwischen 16,4 und 17 Prozent.
Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen monatlichen Haushaltsnettoeinkommens zur Verfügung hat. Die Armutsgefährdungsschwelle lag 2025 in Niedersachsen für einen Einpersonenhaushalt bei 1.327 Euro, für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 2.787 Euro. Bei Haushalten von Alleinerziehenden mit einem Kind unter 14 Jahren waren es 1.725 Euro.
Höchste Armutsgefährdung bei Minderjährigen
Besonders stark von Armutsgefährdung betroffen sind in Niedersachsen weiterhin junge Menschen: Sowohl die unter 18-Jährigen als auch die 18- bis unter 25-Jährigen weisen regelmäßig die höchsten Quoten auf, diese lagen 2025 bei 21 und 24,7 Prozent (2024: 20,5 und 25,8 Prozent).
Überdurchschnittliche Werte bei Senioren
Am seltensten armutsgefährdet sind hingegen Personen im Alter von 50 bis unter 65 Jahren, ihre Quote lag 2025 zum Vorjahr unverändert bei 12,6 Prozent. Auch die Altersgruppe der 25- bis unter 50-Jährigen war mit 14,9 Prozent (2024: 14,7 Prozent) unterdurchschnittlich häufig von Armutsgefährdung betroffen. Menschen im Alter ab 65 Jahren weisen hingegen seit Jahren überdurchschnittliche Werte auf, 2025 betrug ihre Quote 17,9 Prozent (2024: 18,1 Prozent).
Frauen deutlich öfter armutsgefährdet als Männer
Frauen waren wie in den Vorjahren in allen Altersgruppen öfter von Armutsgefährdung betroffen als Männer. Im Durchschnitt lag die Quote der Frauen 2025 bei 17,9 Prozent, bei den Männern betrug sie 15,6 Prozent. Besonders deutlich fallen die Unterschiede bei den jungen Erwachsenen und ab 65 Jahren aus. Bei den 18- bis unter 25-Jährigen waren 27,7 Prozent der Frauen und 21,9 Prozent der Männer armutsgefährdet, bei den 65-Jährigen und Älteren betrugen die Quoten 20,1 und 15,2 Prozent.
Alleinerziehende besonders betroffen
Ein Blick auf die Haushaltsstruktur zeigt: Das Risiko der Armutsgefährdung ist je nach Haushaltstyp sehr unterschiedlich verteilt. Besonders hoch ist es bei Alleinerziehendenhaushalten, bei denen die Armutsgefährdungsquote mit 41,8 Prozent auch 2025 mit Abstand am höchsten war. Einpersonenhaushalte (29 Prozent) sowie Haushalte mit drei oder mehr Kindern (30,2 Prozent) und sonstige Haushalte mit Kindern (24,6 Prozent) waren ebenfalls überdurchschnittlich häufig betroffen.
Deutlich niedriger fiel die Armutsgefährdung hingegen bei Paarhaushalten aus – sowohl ohne Kinder (8,7 Prozent) als auch mit ein oder zwei Kindern (8,5 beziehungsweise 9,5 Prozent). Auch sonstige Haushalte ohne Kinder wiesen 2025 mit 9 Prozent vergleichsweise geringe Quoten auf.
Hohe Quoten bei Erwerbslosen
Erwerbstätigkeit schützt in der Regel vor Armutsgefährdung, während fehlende Erwerbsbeteiligung mit deutlich höheren Risiken einhergeht. Am höchsten fiel die Armutsgefährdungsquote auch 2025 bei Erwerbslosen mit 51,7 Prozent aus und damit mehr als sechsmal so hoch wie bei den Erwerbstätigen mit 8,4 Prozent.
Besonders oft von Armutsgefährdung betroffen war auch die Gruppe der „sonstigen Nichterwerbspersonen“ mit 47,1 Prozent. Darunter fallen beispielsweise Hausfrauen und Hausmänner, ältere Menschen ohne Rente beziehungsweise Pension oder Studierende ohne Nebenjob. Überdurchschnittliche Anteile zeigten sich zudem bei Nichterwerbspersonen unter 18 Jahren (21,2 Prozent) sowie bei Rentnerinnen und Rentnern (18,4 Prozent).
