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Aufwertung am Heidbergsee - das sagen die Ratsfraktionen

von Robert Braumann


Der Heidbergsee ist für viele Braunschweiger ein beliebtes Ziel - doch es fehlt an einigen Dingen. Foto: Robert Braumann
Der Heidbergsee ist für viele Braunschweiger ein beliebtes Ziel - doch es fehlt an einigen Dingen. Foto: Robert Braumann Foto: Robert Braumann

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24.05.2016




Braunschweig. Der Heidbergsee ist ein beliebter Freizeitort im Sommer, allerdings gibt es direkt vor Ort keine Sanitäranlagen und keine Essensmöglichkeiten, ein Vorschlag im Bürgerhaushalt greift dieses Thema auf. Der Verfasser schlägt eine Aufwertung des Geländes vor - wie sehen die Ratsfraktionen diesen Vorstoß?

Dr. Helmut Blöcker, Mitglied im Grünflächenausschuss und im Bezirksrat Heidberg-Melverode, Grüne sagte: "Das Naherholungsgebiet Heidbergpark ist in den letzten Jahren immer wieder Thema im Grünflächenausschuss und im Bezirksrat 212 Heidberg-Melverode gewesen. Am 6. Juli 2015 hat der Grünflächenausschuss sogar eine Ortsbesichtigung am Heidbergsee vorgenommen. Politik und Verwaltung bemühen sich sehr darum, diesen beliebten Freizeitort aufzuwerten. Genau betrachtet wurden dabei nahezu alle wichtigen Aspekte, auch die vorhandene WC-Anlage (auf dem Parkplatz Jägersruh). Diese ist vor einigen Jahren (im Jahr 2004) für 90.000 Euro errichtet worden und hat auf Anregung meines Kollegen Burkhard Plinke mittlerweile in der Sommerzeit längere Öffnungszeiten.


Dr. Helmut Blöcker äußerte sich für die Grünen. Foto: Grüne Braunschweig



Uns ist bewusst, dass das Toilettenhäuschen vom „Zentrum des Geschehens“ recht weit entfernt ist, aber immerhin gibt es im Heidbergpark eines." Eine weiteres Häuschen in ummittelbarer Nähe würde zirka 115.000 Euro kosten – zuzüglich der regelmäßig anfallenden Reinigungs- und sonstigen Betriebskosten. "Natürlich böte es sich an, diese Anlage mit einem Imbiss oder einem Kiosk (mit Sitzgelegenheiten) zu kombinieren - wir würden das befürworten, wenn sich dafür ein Investor und ein Betreiber finden ließen", so Blöcker. Er verweist aber auch darauf, dass der Heidbergsee offiziell kein Badesee ist, im Gegenteil: Nach wie vor gelte ein ausdrückliches Badeverbot. "Aufgrund der bestehenden Gefahrenpotenziale (Wirbel und Untiefen mit wechselnden Wasserzonen und Temperaturen) sollte dieses aufrecht erhalten werden. Schließlich hat es in den Vorjahren dort schon mehrere tödliche Badeunfälle gegeben", sagt er. Die Idee einen Kiosk zu errichten sei zudem nicht neu. Dies sei schon beim 1. Braunschweiger Jugendforum (im Juli 2014) angeregt worden.

SPD will nachfragen



Nicole Palm. Foto: SPD




Auch Nicole Palm, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion, hat Sympathien für den Vorschlag: "Grundsätzlich ist es sinnvoll, das Umfeld der städtischen Seen attraktiver im Hinblick auf ihren Freizeitwert zu gestalten. Dazu gehört natürlich auch der Heidbergsee. Die SPD-Fraktion wird unter Bezugnahme auf den Vorschlag aus dem Bürgerhaushalt im Grünflächenausschuss nachfragen, welche Möglichkeiten einer weiteren Aufwertung des Seeumfeldes aus Sicht der Verwaltung bestehen."


Udo Sommerfeld. Foto: T.Raedlein



Auch Udo Sommerfeld, Linksfraktion im Rat der Stadt, ist prinzipiell nicht abgeneigt: "Grundsätzlich begrüßen wir die vorgeschlagenen Aufwertung des Geländes um den Heidbergsee, wenn auch nicht jede vorgeschlagenen Einzelmaßnahme. Wir würden diesen Vorschlag so verstehen, dass von der Stadtverwaltung ein Gesamtkonzept zur Attraktivierung dieses schönen Naherholungsgebietes erstellt werden soll."

Es gibt auch Gegner


Jens-Wolfhard Schicke-Uffmann, Piraten-Fraktion, meint, das andere Dinge mehr Priorität hätten: "Die Aufwertung des Heidbergsees und des umliegenden Geländes würde natürlich zu einer Steigerung der Wohn- und Aufenthaltsqualität beitragen. Dies wäre zu begrüßen, denn mit dem Heidbergsee hat die Stadt Braunschweig ein Naherholungsgebiet, welches gut zu erreichen ist und nicht nur den direkten Anwohnern zu Gute kommt. Das Interesse an einer Verbesserung ist groß und neben dem aufgeführten Vorschlag im Bürgerhaushalt zum Beispiel hat sich auch das Jugendforum bereits 2015 intensiv damit befasst.



Ähnlich wie bei der Gestaltung des Bienroder Sees können aber leider nicht alle Wünsche umgesetzt werden, da die angespannte finanzielle Situation des Braunschweiger Haushalts dafür nicht genügend Spielraum lässt. Andere Projekte, wie zum Beispiel die Erhaltung von Kinderspielplätzen oder Brücken im gesamten Stadtgebiet, haben aus unserer Sicht eine höhere Priorität. Eine Aufwertung des Heidbergsees wäre zwar schön, ist aber derzeit nicht ohne Abstriche an anderen Stellen umsetzbar."

Falsches Signal


Thorsten Köster, CDU-Ratsherr aus dem Heidberg ist gegen eine Ausweitung: "Der Heidbergpark ist ein Naherholungsgebiet und bietet daher bereits heute neben attraktiven Grünflächen und einem schönen Sandstrand noch andere attraktive Angebote, wie beispielsweise ein Beach-Volleyball-Feld und ausreichend Platz zum Grillen und Entspannen. Gerade an heißen Tagen stellen wir jedoch immer wieder fest, dass vor allem Auswärtige den Park aufsuchen – zum großen Leidwesen der Anwohner. Denn in der Regel reichen die vorhandenen Parkplätze bei Weitem nicht aus, so dass wild auf den Fuß- und Radwegen geparkt wird.


Thorsten Köster. Foto: CDU



Darüber hinaus kommt es durch falsch entsorgte Grillkohle im Sommerhalbjahr regelmäßig zu Feuerwehreinsätzen in diesem Bereich und gerade in den Abendstunden finden häufig regelrechte ‚Saufgelage‘ statt. Müll wird oftmals einfach in die Natur geworfen und nicht in die vorhandenen Müllbehälter entsorgt. Bereits im vergangenen Jahr hat der örtliche Bezirksrat deshalb auf Initiative der dortigen CDU-Fraktion ein Sicherheitskonzept für den Heidbergpark gefordert. Mit unterschiedlichen Maßnahmen hat die Verwaltung in der Zwischenzeit darauf reagiert und will Abhilfe schaffen. Wir sprechen uns daher heute gegen die vorgeschlagene Aufwertung aus, denn zunächst müssen die eben beschriebenen bestehenden Probleme gelöst werden.
Wir werden also weiter darauf achten, dass der Zentrale Ordnungsdienst regelmäßig Präsenz zeigt und so die enorme Vermüllung im Park sowie das wilde Parken eingedämmt werden. Auch die Polizei muss öfter vor Ort sein, damit keine Saufgelage mehr stattfinden. Mit den Anwohnern stehen wir im engen Dialog, damit alle Interessen – die der Erholungsuchenden und der direkten Anwohner – gleichermaßen berücksichtigt werden. Eine weitere Attraktivitätssteigerung wäre im Moment das völlig falsche Signal."

Eine Antwort der BIBS-Fraktion lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Sie wird nachgereicht, sobald vorhanden.


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