Bei Hitze: Diese Jungvögel sind jetzt in Gefahr

Überhitzte Nistplätze in Hausmauern und unter Dächern werden zur Falle.

Junge Mehlschwalben sind bei Hitze gefährdet.
Junge Mehlschwalben sind bei Hitze gefährdet. | Foto: Kathy Büscher, NABU Rinteln

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Region. Anders als manche Vögel können Menschen sich vor Hitze oftmals schützen, indem sie Schatten suchen, ausreichend trinken oder sich in kühlere Räume zurückziehen. Für Gebäudebrüter gibt es diese Auswege nicht. Mauersegler und Mehlschwalben brüten häufig in Spalten, Hohlräumen oder Nestern unter Dächern, die sich bei anhaltender Hitze stark aufheizen. Die Jungvögel sind den Temperaturen dort schutzlos ausgeliefert. Sie können nicht fliehen, nicht selbst für Abkühlung sorgen und tragen so die Folgen einer menschengemachten Klimakrise mit. Der NABU Niedersachsen warnt deshalb vor einer akuten Gefahr für die Tiere und bittet Bürger, in diesen Tagen besonders aufmerksam zu sein.



„Uns erreichen in den vergangenen Tagen vermehrt Meldungen über junge Mauersegler und Schwalben, die am Boden sitzen oder bereits verendet aufgefunden werden“, sagt Lamin Neffati, Pressesprecher des NABU Niedersachsen. „Gerade bei Mauerseglern ist die Situation sehr ernst. Haben die Jungvögel das Nest einmal verlassen, werden sie von ihren Eltern in der Regel nicht weiter versorgt. Ohne menschliche Hilfe haben sie dann kaum eine Überlebenschance.“

Überhitzte Nistplätze werden zur Falle


Mauersegler brüten häufig in schmalen Öffnungen an Gebäuden, etwa unter Dachrinnen, hinter Fassadenverkleidungen oder in kleinen Spalten unter Dachpfannen. Was normalerweise ein geschützter Brutplatz ist, kann bei anhaltender Hitze schnell zur Gefahr werden. Die Luft in diesen Bereichen heizt sich stark auf, während die Jungvögel den Temperaturen weitgehend ausgeliefert sind. Anders als erwachsene Tiere können sie nicht einfach ausfliegen und einen kühleren Ort aufsuchen.

Auch Mehlschwalben sind betroffen. Ihre Nester befinden sich meist außen an Gebäuden, häufig unter Dachvorsprüngen. Bei starker Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen kann es auch dort für die Jungvögel kritisch werden. Viele drängen sich an die Nestöffnung, suchen nach Luft und Abkühlung und stürzen dabei ab.

Nicht jeder Jungvogel ist ein Notfall


Der NABU weist jedoch darauf hin, dass nicht jeder junge Vogel am Boden automatisch Hilfe benötigt. Viele Singvögel verlassen ihr Nest, bevor sie sicher fliegen können. Diese sogenannten Ästlinge werden weiterhin von ihren Eltern gefüttert und sollten möglichst in Ruhe gelassen werden. Anders ist die Lage bei Mauerseglern und geschwächten Schwalben, die am Boden gefunden werden. Sie benötigen in vielen Fällen schnelle und fachkundige Unterstützung.

Was tun, wenn ein Jungvogel gefunden wird?


Der NABU Niedersachsen bittet Bürger, bei einem Fund besonnen vorzugehen – und zwar so: Art bestimmen: Zunächst sollte geprüft werden, um welche Vogelart es sich handelt. Besonders bei Mauerseglern und Mehlschwalben ist schnelle Hilfe wichtig. Gesundheitszustand prüfen: Anschließend sollte der Zustand des Tieres vorsichtig eingeschätzt werden. Wirkt der Vogel verletzt, stark geschwächt oder apathisch, sollte umgehend fachkundige Hilfe hinzugezogen werden. Wenn möglich, zurück ins Nest setzen: Ist der Jungvogel unverletzt und das Nest gut erreichbar, kann er möglichst vorsichtig zurückgesetzt werden. Bei Schwalben sind die Nester meist gut sichtbar. Mauersegler brüten dagegen oft in unscheinbaren Spalten am Dach oder an der Fassade. Wenn das nicht geht oder der Vogel stark geschwächt ist: Ist ein Zurücksetzen nicht möglich, sollte der Vogel nicht mit nach Hause genommen und auf eigene Faust versorgt werden. Stattdessen sollten sich Finderinnen und Finder schnell an eine fachkundige Pflegestelle, eine Wildvogelhilfe oder den NABU wenden.

Die zurückliegende Hitzewelle vor zwei Wochen habe gezeigt, "wie verletzlich Gebäudebrüter in unseren Städten und Dörfern sind“, so Neffati. „Jeder rechtzeitig entdeckte und fachgerecht versorgte Jungvogel kann den Unterschied machen. Deshalb bitten wir alle Menschen in Niedersachsen, in diesen Tagen besonders aufmerksam zu sein.“

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