Bericht: Zweifel an Backhaus` Aussagen zu totem Buckelwal

Interne Papiere des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern lassen offenbar Zweifel an den Aussagen von Minister Till Backhaus (SPD) zum verendeten Buckelwal aufkommen.

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Eine Boje im Meer (Archiv)
Eine Boje im Meer (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur

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Schwerin. Interne Papiere des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern lassen offenbar Zweifel an den Aussagen von Minister Till Backhaus (SPD) zum verendeten Buckelwal aufkommen. Das berichtet der "Spiegel".


Demnach habe Backhaus auf seiner Pressekonferenz an diesem Freitag den Eindruck erweckt, dass Experten des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) den Tracker des in Dänemark verendeten Buckelwals selbst "ausgelesen" hätten. Regierungskreisen in Schwerin zufolge habe die private Rettungsinitiative dem Ministerium jedoch nur einen Link mit Bewegungsdaten des Meeressäugers übermittelt, so der Bericht.

Diese Daten seien nach Einschätzung von Experten nur ein Bruchteil dessen, was das Gerät vom Typ Splash10-F aufzeichnen und senden könne. Gesichert sei demnach nur, dass der Wal, nachdem er ausgesetzt worden war, "Luftlinie anhand der Ortungspunkte 215 Kilometer" zurückgelegt habe, wie es in einem Schriftwechsel zwischen dem Ministerium und dem LUNG laut "Spiegel" heißt.

Auf die Frage der Ministerialen, woran man festmachen könne, dass der Wal nach seiner Aussetzung am 2. Mai bis zum 6. oder 7. Mai gelebt habe und ob er "nicht genauso gut gedriftet" - also tot in der Strömung getrieben - sein könne, antwortete das Landesamt laut Bericht, dass anhand der vorliegenden Daten dies "nicht eindeutig festgemacht werden" könne. Analysen zu Schwimm- oder Driftgeschwindigkeiten müssten für belastbare Interpretationen mit den noch nicht vorliegenden Informationen über Tauchtiefen und Temperatur verbunden werden. Backhaus aber habe vor der Presse gesagt, dass der Wal bis zum 6. oder 7. Mai gelebt habe, berichtet das Nachrichtenmagazin. Eine kurzfristige Anfrage dazu ließ das Ministerium bislang unbeantwortet.

Auch Burkard Baschek, Direktor des Deutschen Meeresmuseums Stralsund, der die übermittelten Trackerdaten ebenfalls sichten konnte, äußerte Zweifel an den Aussagen des Ministers. Von Tauchgängen an mehreren Tagen, die Backhaus auf der Pressekonferenz erwähnte, mochte er nicht sprechen. Er habe in dem Datensatz nur "Hinweise auf Tauchgänge des Wals innerhalb der ersten vier Stunden" nach dessen Freilassung gefunden.

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