Beschwerde über Sirene in der Nacht: Feuerwehr spricht Klartext

Feuerwehren der Samtgemeinde Baddeckenstedt haben nun auf eine Beschwerde aus der Bevölkerung reagiert.

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Symbolbild | Foto: pixabay/Jonas Augustin

Baddeckenstedt. Offenbar bringt eine Beschwerde über den nächtlichen Sirenen-Alarm die freiwilligen Kräfte der Feuerwehren der Samtgemeinde Baddeckenstedt so richtig zum Kochen. In den sozialen Medien sprechen die Brandschützer deshalb nun Klartext.



Man habe lange darüber nachgedacht, ob man auf die Beschwerde, dass bei einer Alarmierung auch nachts die Sirene läuft, überhaupt reagieren sollte. Doch weil die Beschwerde viele Punkte beinhalte, die auf Unwissen hindeute, will man nun aber mal aufklären, so schreibt die Feuerwehr auf Facebook.

Sirene nicht nur für die Einsatzkräfte


In der Beschwerde heißt es, dass es doch ausreichen würde, wenn man für die Alarmierung andere Kommunikationsmittel wie Handy oder Pieper nutzen würde. Die Feuerwehr räumt hier gleich mal die erste falsche Annahme aus der Welt: "Selbstverständlich werden auch diese Kommunikationsmittel für Alarmierungen genutzt, die Sirenen sind aber weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Alarmierung, da Pieper und Handys durch technische Umstände auch mal ausfallen können und die Sirene dann eine gute Rückfallebene darstellt. Sirenen werden auch für den Bevölkerungsschutz eingesetzt. Und gerade dann, wenn die eigene Aufmerksamkeit nicht so hoch ist, beispielsweise nachts, wenn man gewöhnlich schläft, ist der Ton der Sirene sehr hilfreich (mitunter auch für uns)", stellen die Feuerwehrleute klar.

Auch Ölspuren sind keine Lappalie


Weiter heißt es in der Beschwerde, dass die Feuerwehr meist nur zu Ölspuren oder anderen Umwelteinsätzen rausfahren würde und Sirenen dann unverhältnismäßig seien. Auch hier liefert die Feuerwehr eine passende Antwort: "Auch Ölspuren stellen eine Gefahr dar, sonst würden wir nicht alarmiert werden. Feuerwehren werden nur bei einer bestehenden Gefahr alarmiert. Eine Ölspur auf einer Straße stellt ein erhebliches Unfallrisiko dar, da die Fahrbahn dadurch glatt und schmierig wird. Außerdem sind Alarmierungen zu Öl- und Umwelteinsätzen in der Nacht äußerst selten." Statistisch seien die Alarmierungen über die abgedeckten 17 Ortschaften nur zwei bis dreimal im Jahr zwischen 22 und 6 Uhr, klären die freiwilligen Helfer auf.

"Probleme anderer Leute"


Der dritte Beschwerdepunkt aber ist wohl der, der am meisten schockieren dürfte. So heißt es, dass man mit den Problemen anderer Leute nichts zu tun zu haben und deshalb auch nachts nicht geweckt werden wolle.

"Liebe Mitbürgerin, lieber Mitbürger, wir freuen uns für Sie, dass eine Alarmierung der Feuerwehr Sie noch nie betroffen hat und wünschen Ihnen, dass das auch so bleiben möge. Alle anderen, die betroffen waren oder die wir durch unseren Einsatz davor geschützt haben, sind sicherlich froh, wenn alle möglichen Kanäle der Alarmierung genutzt werden, auch nachts", schreiben die Brandschützer und haben auch gleich noch einen Tipp auf Lager: "Vielleicht wird man auch einfach selbst Mitglied der eigenen Ortsfeuerwehr? Denn wer dann nachts eh wach ist, kann aufstehen, sich anziehen, mitfahren und selbst seinem Nächsten helfen."


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