Region. Aktuell gibt es bundesweit Berichte von betrügerischen Abbuchungen von fremden Bankkonten. Die Täter haben dabei offenbar die Kenntnis der jeweiligen Kontodaten und ziehen meist 99 Euro per Lastschrift vom Konto ein. Den Betroffenen fällt der Verlust häufig zunächst gar nicht auf, und dann ist die Verärgerung groß. Es gab auch schon in unserer Region solche Fälle.
Bei den Abbuchenden soll es sich laut Medienberichten um Firmen mit Sitz in Bulgarien, etwa „Lunero EOOD“ oder „Lenoxal Limited EOOD“ handeln. Wie die Betrüger an die Daten ihrer Opfer gekommen sind, bleibt meist ungeklärt. regionalHeute.de fragte bei der für die Region zuständigen Polizeidirektion Braunschweig sowie bei der Volksbank BRAWO nach, was man in solchen Fällen tun kann.
Vereinzelte Fälle
"In der Polizeidirektion Braunschweig kam es vereinzelt zu Fällen, bei denen Geschädigten Geld durch verschiedene Firmen im Lastschriftverfahren abgebucht wurde", schreibt Polizeisprecherin Sina Matschewski. Eine genaue Auswertung der Fallzahlen sei mittels der polizeilichen Auswertesysteme in der Form aber nicht möglich.
Wenige Einzelfälle
Der Volksbank BRAWO sei der Sachverhalt ebenfalls bekannt. "Nach unseren Recherchen handelt es sich bei unseren Kunden um wenige Einzelfälle", berichtet Pressesprecher Daniel Dormeyer. Wenn ein Kunde den Verdacht habe, dass eine betrügerische Lastschrift von seinem Konto abgebucht wurde, sollte er schnellstmöglich handeln. "Wir legen großen Wert auf die Sicherheit der Konten unserer Kunden und unterstützen unsere Kunden bei der Rückabwicklung unberechtigter Abbuchungen", versichert der Pressesprecher.
Folgende Schritte seien in einem solchen Fall ratsam:
1. Prüfung der Kontobewegungen: Der Kunde sollte seine Kontoauszüge sorgfältig und regelmäßig prüfen, um die fragliche Lastschrift zu identifizieren.
2. Kontaktaufnahme mit der Bank: Der Kunde sollte sich umgehend mit seiner Bank in Verbindung setzen. "Unsere Berater stehen für eine schnelle Klärung des Sachverhalts zur Verfügung und unterstützen bei den nächsten Schritten", so Dormeyer.
3. Rückgabe der Lastschrift: Innerhalb von acht Wochen nach Belastung kann der Kunde eine autorisierte Lastschrift ohne Angabe von Gründen zurückgeben lassen. Handelt es sich um eine unautorisierte oder betrügerische Lastschrift, beträgt die Frist für die Rückgabe 13 Monate. Die Rückgabe der Lastschrift sei auch über das Online-Banking möglich.
4. Anzeige erstatten: "Sollte es sich tatsächlich um einen Betrugsfall handeln, empfehlen wir dem Kunden, unverzüglich Anzeige bei der Polizei zu erstatten", rät Dormeyer.
Kriminalprävention im Einsatz
Die Polizei, insbesondere die Beauftragten für Kriminalprävention, würden die Bürger unter anderem im Rahmen ihrer Vortragstätigkeit sensibilisieren, erklärt Sina Matschewski. Deren Hinweise ähneln denen der Volksbank BRAWO. Ergänzend heißt es, man solle bei Anfragen am Telefon oder per Mail keine Bankdaten oder persönliche Daten mitteilen. "Sollte man von unbekannter Seite informiert werden, dass versehentlich eine zu hohe Lastschrift erfolgt ist, dann auf gar keinen Fall das Geld zurücküberweisen, sondern darauf bestehen, dass der `Spender´ seine Bank anweist, die Summe als Ganzes zurückzubuchen“, so Matschewski abschließend.

