Gifhorn. Einen Unfall bei Wartungsarbeiten im Kreis Gifhorn meldet das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Am gestrigen Samstag habe es demnach bei planmäßigen Wartungsarbeiten an der Bohrung Hankensbüttel-Süd 87 einen plötzlichen Druckanstieg gegeben. Dabei wurden Rohrteile aus der Bohrung gedrückt, Personen wurden nicht verletzt, teilt das LBEG mit.
Laut Bericht auf der Homepage des LBEG sei es am Samstag um 16.09 Uhr auf der Ölbohrung der Vermilion Energy Germany GmbH & Co. KG südlich von Hankensbüttel (Landkreis Gifhorn) während der routinemäßigen Arbeiten zu dem Druckanstieg – einem sogenannten Kick – gekommen. Die drei obersten, insgesamt knapp dreißig Meter langen Rohrteile wurden dabei aus der Bohrung gedrückt. Menschen befanden sich nicht in unmittelbarer Nähe, sodass niemand verletzt wurde. Ob die Bohranlage dabei beschädigt wurde, wird am Montag untersucht.
50 Liter Flüssigkeit ausgetreten
Die für solche Notfälle installierte Verschlussanlage – der sogenannte Blowout-Preventer – hat unmittelbar reagiert und das Bohrloch verschlossen. Dennoch sind bis dahin nach ersten Schätzungen rund 50 Liter Flüssigkeit mit einem Ölanteil von circa fünf Prozent aus dem Bohrloch ausgetreten und haben sich auf einer Fläche von etwa zehn mal zehn Metern verteilt. Gegen weiteres Austreten von Flüssigkeiten ist das Bohrloch nicht nur an der Oberfläche durch den Blowout-Preventer geschützt, sondern auch untertage durch sogenannte Ringräume, die die Bohrung bis in den tiefen Untergrund umgeben.
Die Bohrung und die Ringräume sind unmittelbar nach dem Ereignis von weiterem Druck entlastet worden und die verteilte Flüssigkeit ist in einer ersten Maßnahme mit Bindemittel aufgenommen worden. Am Montag wird ein externer Bodengutachter die Schadensstelle begutachten und weitere Sanierungsmaßnahmen begleiten.
Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) habe als zuständige Aufsichtsbehörde die Unfallstelle am späten Samstagnachmittag in Augenschein genommen und zusammen mit Vertretern der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Gifhorn und der Polizei die ersten Sicherungsmaßnahmen des Unternehmens begleitet.

