Bilanz zur Kampfmittelräumung in der Region: Noch immer Bomben im Boden

Zu den spektakulärsten Einsätzen des Vorjahres gehörte auch die Bergung und Entschärfung einer Fliegerbombe in unserer Region.

Das Stahlwerk Salzgitter war 2025 Schauplatz einer Bombenentschärfung (Archivbild).
Das Stahlwerk Salzgitter war 2025 Schauplatz einer Bombenentschärfung (Archivbild). | Foto: Rudolf Karliczek

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Region. Im Rahmen der Gefahrenabwehr und zur Herstellung der Baugrundsicherheit hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) des Landes Niedersachsen im Vorjahr bei 1.349 Einsätzen insgesamt rund 232 Tonnen an Kampfmitteln aus der Zeit der beiden Weltkrieege geborgen und entsorgt – davon allein rund 37 Tonnen in der Nordsee. Dies geht aus dem aktuellen Jahresbericht hervor, über den das Landesinnenministerium jetzt in einer Pressemitteilung berichtet. Zu den besonderen Einsätzen 2025 zählte auch einer in unserer Region.



Im vorherigen Berichtsjahr waren es rund 221 Tonnen Kampfmittel, die in 1.216 Einsätzen unschädlich gemacht wurden, berichtet der KBD. Die Zahl der nicht transportfähigen Blindgänger befinde sich weiterhin auf hohem Niveau: 2025 musste bei 74 Einsätzen alte Munition direkt vor Ort gesprengt werden. Es wurden 5.764 Anträge auf Kriegsluftbildauswertung für beabsichtigte Bauvorhaben bearbeitet und ausgewertet, was erneut einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr zeigt.

Immer noch große Mengen an Kampfmitteln im niedersächsischen Boden


Die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens, sagt: „Wie die Auswertung des aktuellen Berichts zeigt, liegen im niedersächsischen Boden noch immer große Mengen an Kampfmitteln verborgen. Aus diesem Grund bleibt der KBD für die Sicherheit der Bevölkerung unseres Bundeslandes auch weiterhin unverzichtbar. Jeden Tag lokalisiert er gefährliche Sprengkörper und entschärft diese dank der hohen Fachkompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort.“

Auch 2025 kam es demnach zu Zwischenfällen mit Brandbomben, bei denen Personenschäden - trotz aller Arbeitsschutzmaßnahmen auch bei Mitarbeitern des KBD selbst - verzeichnet wurden. Das Ministerium betont daher in seiner Pressemitteilung: Auch von alter Munition geht heute noch eine erhebliche Bedrohung aus – durch Alterungsprozesse und Korrosionseinwirkungen wird die Gefahr einer plötzlichen Explosion, von Bränden oder dem Austritt von giftigen Gasen oftmals sogar noch erhöht. Daher ist immer wieder darauf hinzuweisen, dass die Gefährlichkeit der Kampfmittel aus der Zeit der beiden Weltkriege nicht abnimmt.

Besonderer Einsatz am Stahlwerk Salzgitter


In seinem ausführlichen Bericht hebt der KBD einige besondere Einsätze des Vorjahres hervor. Dabei führt er auch die Bergung einer Fliegerbombe auf dem Gelände des Stahlwerks in Salzgitter auf. Am 24. August "konnte auf dem Gelände der Salzgitter AG eine US-amerikanische GP 500 lbs Bombe erfolgreich durch Mitarbeiter des KBD entschärft und geborgen werden. Der kritische Lageort des Objektes in unmittelbarer Nähe zu einem Gaslager erforderte eine sehr umfangreiche Planung für die Bergung und den Einsatz komplexer Schutzmaßnahmen", heißt es im Bericht.

So mussten Sperrkreise festgelegt, der Luftraum und Wasserstraßen gesperrt, der Bus - und Bahnverkehr sowie der Werksbetrieb eingestellt werden. Weiter wurden Windanlagen, Stromtransformatoren und die Zuleitung von Stick-, Wasser- und Sauerstoff sowie Argon abgeschaltet. Für den Fall einer Sprengung wurde zusätzlich zum Schutz der umliegenden Werksanlagen ein abschirmendes Containerbauwerk errichtet.