BKA-Lagebild: Viele Sabotage- und Spionagefälle in Deutschland

In Deutschland gab es in diesem Jahr offenbar schon deutlich mehr Sabotage- und Spionagefälle als bisher öffentlich bekannt.

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Videoüberwachung an kritischer Infrastruktur (Archiv)
Videoüberwachung an kritischer Infrastruktur (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur

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Berlin. In Deutschland gab es in diesem Jahr offenbar schon deutlich mehr Sabotage- und Spionagefälle als bisher öffentlich bekannt. So registrierten die Behörden bis Ende August mehr als 165 Sabotageverdachtsfälle, wie aus einem vertraulichen Lagebild des Bundeskriminalamtes (BKA) hervorgeht, aus dem NDR, WDR und die "Süddeutsche Zeitung" zitieren.


Besonders besorgniserregend sind demnach die Anschläge auf die Energieversorgung, bei denen selbstgebastelte Geschosse Hochspannungsleitungen beschädigten. Die Staatsanwaltschaften ermitteln in diesen Fällen wegen Terrorismus oder verfassungsfeindlicher Sabotage.

Zusätzlich wurden 24 Ermittlungsverfahren wegen Spionage eingeleitet, darunter zwölf wegen Cyberspionage. Die Polizeien in Bund und Ländern stellten insgesamt 112 Straftaten mit Bezug zu Spionage fest. Besonders häufig handelte es sich um das unerlaubte Fotografieren oder Filmen von militärischen Einrichtungen. In einigen Fällen wird sogar Agententätigkeit zu Sabotagezwecken vermutet. Schwerpunktregionen der Spionagevorfälle sind Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen.

Auch die Zahl der verdächtigen Drohnensichtungen bleibt hoch. Von Januar bis Ende August wurden 747 Vorfälle registriert, bei denen 1.068 Drohnen über kritischen Infrastrukturen gesichtet wurden. Nur selten konnten die Drohnenpiloten identifiziert werden. Ein bemerkenswerter Vorfall ereignete sich im Juli, als ein Moldauer in Bayern festgenommen wurde, der mit einer Drohne ein Rüstungsunternehmen ausgespäht haben soll. Die Ermittler vermuten, dass er im Auftrag staatlicher Stellen in Russland handelte, berichtet das Recherchenetzwerk aus NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung".