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Großbrand bei Grube Ida in Goslar: Anklage wegen Brandstiftung erhoben



Goslar | Salzgitter

Brandstiftung bei "Grube Ida": Beschuldigter wollte Räumung zuvorkommen

Den Angeklagten erwarte eine Gefängnisstrafe. Eine Geldstrafe sei ausgeschlossen. Die Kosten für Entsorgung der Abfallreste und den Abriss der Brandruine werden auf 835.200 Euro geschätzt.

von Marvin König


Von dem historischen Gebäude blieb nicht mehr als eine schwelende, Einsturzgefährdete Ruine.
Von dem historischen Gebäude blieb nicht mehr als eine schwelende, Einsturzgefährdete Ruine. Foto: Annabell Pommerehne

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Goslar / Salzgitter. Ein verheerender Großbrand zerstörte am 23. Februar 2020 die historische Erzwäsche des ehemaligen Eisenerzbergwerks "Grube Ida" im Liebenburger Stadtteil Othfresen (regionalHeute.de berichtete). Allein die Entsorgung der Brand- und Abfallreste koste die Ordnungsbehörden etwa 835.200 Euro, wie die Staatsanwaltschaft Braunschweig mitteilt. Nun ist Anklage gegen einen 35-jährigen gebürtigen Goslarer erhoben worden, der mit dem gezielten in Brand setzen des Gebäudes der Zwangsräumung durch den Landkreis Goslar zuvorkommen wollte. Die Staatsanwaltschaft erwartet eine Freiheitsstrafe zwischen einem und zehn Jahren. Ein Geldstrafe sei ausgeschlossen.



Dem Pächter des Grundstücks sei während der Verbüßung einer Haftstrafe mitgeteilt worden, dass der Landkreis Goslar und das Gewerbeaufsichtsamt das Grundstück auf Kosten des Pächters räumen wollen. Vorangegangen waren Jahre der Querelen um umweltrechtliche Verstöße bei der Lagerung von Abfall und Gefahrstoffen, mit denen das laut Staatsanwaltschaft "über mehrere Etagen vollgestopfte Gebäude" immer wieder in die Schlagzeilen geraten war.

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Zwangsräumung stand kurz bevor


Dem Pächter sei vom Landkreis Goslar eine letzte Frist eingeräumt worden, das Gelände eigenständig zu räumen. Der Angeklagte habe dann laut Staatsanwaltschaft "als Verwalter des Grundstücks - praktisch die rechte Hand des eigentlichen Nutzers - gegen Mitternacht das 700 Quadratmeter große ehemalige Gebäude der Erzwäsche aufgesucht, um das Bauwerk in Brand zu setzen und es durch den Brand mitsamt Inhalt vollständig zu zerstören." Er legte demnach im südwestlichen Bereich des Erdgeschosses im Bereich eines Aufganges in alle Stockwerke Feuer. Wie die Staatsanwaltschaft ergänzt, sei "sehr wahrscheinlich" Brandbeschleuniger zum Einsatz gekommen. In der Folge kam es zu einer sehr schnellen Brandausbreitung und einer großflächigen Zerstörung des gesamten Gebäudes.

Gebäude ist Einsturzgefährdet


Das Gebäude ist durch das Feuer einsturzgefährdet und abrissreif. Es entstand ein unmittelbarer Sachschaden in geschätzt wenigstens deutlich fünfstelliger Höhe. Für den Abriss des Grubengebäudes und die Entsorgung der verbliebenen Brand- und Abfallreste seien von den Ordnungsbehörden insgesamt 835.200 Euro aufzuwenden.

Der Beschuldigte bestreitet die Tat, wie Christian Wolters als Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig mitteilt. Der in Salzgitter wohnhafte 35-jährige gebürtige Goslarer sei unter anderem wegen Straßenverkehrsdelikten, Diebstahls und Sachbeschädigung vorbestraft.


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