Braunschweig. Für die Basketball Löwen Braunschweig hat sich eine Hintertür für die weitere Teilnahme an der Bundesliga ganz weit geöffnet. Eigentlich müsste der sportlich abgestiegene Klub jetzt nur noch durchschreiten. Doch da gibt's noch ein Problem mit der "Eintrittsgebühr". Eine vorgeschlagene Lösung kommt nicht überall gut an.
Wie regionalHeute.de berichtete, können sich die Basketball Löwen auf eine Wildcard für die neue Bundesliga-Saison bewerben. Grund dafür: Aus der 2. Liga Pro B steigt in dieser Saison nur ein Team auf. Die vorgesehenen zwei Absteiger aus der Bundesliga sind daher einer zu viel.
Basketball Löwen Braunschweig müssen 800.000 Euro auftreiben
Die von den Braunschweigern angestrebte Wildcard kostet 800.000 Euro. Seit dem vergangenen Mittwoch läuft eine Frist der BBL von zehn Tagen, innerhalb derer die Bewerbung um dieses Sonder-Mitspielrecht eingegangen sein muss. Nun müssen die Löwen also die Bewerbungsunterlagen zusammenstellen und die Finanzierung absichern. Löwen-Geschäftsführer Nils Mittmann kündigte an: Die Löwen "werden alles daransetzen, die notwendigen finanziellen Voraussetzungen zu schaffen, um diese Chance zu nutzen."
Einen Teil der Finanzierung sollen offenbar die Fans mitstemmen. Dafür hat der Bundesligist den Wildcard-Club 2026 ins Leben gerufen und wirbt seit dem gestrigen Donnerstag unter anderem in den sozialen Medien und mit E-Mails an Kartenkäufer dafür: Fans können das Projekt "finanziell begleiten", wie es dort heißt. Ab 100 Euro aufwärts können Löwen-Anhänger spenden für einen Anteil an der Wildcard. "Alle Mitglieder des Wildcard-Club 2026 werden auf einer exklusiven Wildcard-Club-Wand verewigt", kündigen die Löwen an. Diese Wand soll in der kommenden Saison im Eingangsbereich der Volkswagenhalle stehen. Außerdem gibt es ein T-Shirt für diese Förderer.
Gespaltene Reaktionen im Netz
In den sozialen Netzwerken gab es für diese "Bettel-Aktion" viel Spott. "Euch jetzt von den Fans bezahlen zu lassen, ist echt peinlich" – "Jetzt gibt man die Verantwortung für die Rettung an die eigenen Fans ab und lässt sie für das Versagen der Mannschaft und der Verantwortlichen zahlen" – das sind nur zwei Beispiele für die eher kopfschüttelnden Reaktionen im Netz. Viele verweisen auch auf den Gesellschafter der Löwen: Dennis Schröder – immerhin NBA-Profi und Multimillionär.
Auf der anderen Seite zeigen aber auch viele Fans Verständnis für die Aktion. Schließlich sei diese ja auch nur eine Ergänzung zu anderen potenziellen Geldquellen – wie Sponsoren oder etwaigen Mäzenen. Sogenanntes Microsponsoring ist auch im Profisport zudem keine
Seltenheit. Die Fans auf besondere Art und Weise – sozusagen aus alter Verbundenheit – zur Kasse zu bitten, das haben außerdem zum Beispiel auch schon die Fußballer von Eintracht Braunschweig gemacht – etwa mit der Aktion "Dauerkarte auf Lebenszeit" im Jahr 2010.

